Angelrucksack Test 05/2021 – Die besten Modellen im Vergleich

Dieses Problem ist jedem Angler bekannt. Egal wie kurz der Angelausflug geplant ist, stets gilt es, Unmengen an Ausrüstung zu transportieren. Neben den Angelruten sollte stets ein Kescher, ein Hakenlöser, verschiedene Köder und natürlich Ersatzmaterialien mitgeführt werden. Und diese Aufzählung stellt nur das absolute Minimum dar. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Angler zum Transport einen Rucksack bevorzugen. Doch die meisten handelsüblichen Rucksäcke sind zum Wandern entwickelt worden und erfüllen nicht die speziellen Bedürfnisse, welche ein Angelausflug mit sich bringt. Abhilfe schaffen spezielle Angelrucksäcke.

Das zeichnet einen guten Angelrucksack aus

Ein guter Angelrucksack muss auf der einen Seite sehr stabil und widerstandsfähig sein und sollte auch dem Wetter trotzen können. Daher sind das verarbeitete Material und die Verschlüsse ebenso von Bedeutung wie die Kennzeichnung als „Wasserdicht“ oder „Wasserabweisend“. Gleichzeitig muss in dem Angelrucksack alles Nötige seinen Platz finden. Dazu sind zahlreiche Fächer, Taschen und unter Umständen sogar bereits integrierte Boxen nötig. Viele Angelrucksäcke bieten auch ein eigenes Kühlfach oder einen Halter für Rute und Kescher.

Auf der anderen Seite muss der Angelrucksack auch sehr bequem zu tragen sein. Denn beim Angeln kann es durchaus vorkommen, dass man über Stock und Stein oder gar über steiles Gelände klettern muss. Im schlimmsten Falle passiert dies, während der Fang des Lebens an der Leine zappelt und einen heftigen Kampf liefert. Hier sind das Gewicht, die Größe und vor allem der Tragekomfort des Angelrucksacks entscheidend.

Das Material

Die meisten Angelrucksäcke bestehen aus Nylon oder aus Polyester. Beide Materialien bringen ähnliche Voraussetzungen mit sich. Sie sind recht robust und werden nicht leicht beschädigt. Außerdem sind beide bereits von Grund auf leicht wasserabweisend, was die weitere Verarbeitung erleichtert.

Den besten Schutz vor Regen und Schmutz geben jene Angelrucksäcke, welche zusätzlich über eine dünne Schicht PVC verfügen. Seltener sind Angelrucksäcke aus Baumwolle oder sonstigen natürlichen Stoffen. Diese haben zwar den Vorteil, dass sie leicht und atmungsaktiv sind, bieten jedoch kaum Schutz vor Schmutz und Nässe.

Besondere Aufmerksamkeit solltest du auch dem Boden des Angelrucksacks schenken. Denn dieser wird häufig auf nassem und dreckigem Boden abgestellt werden. Ein guter Angelrucksack verfügt über eine extra angebrachte, stabile Gummischicht, um ein Aufsaugen der Feuchtigkeit zu verhindern.

Die Verschlüsse

Natürlich sind auch die verarbeiteten Verschlüsse ein wichtiger Faktor, um den Inhalt des Rucksacks vor Schmutz und Nässe zu schützen. Wie bei allen Rucksäcken sind auch hier Reißverschlüsse die beste Wahl. Klettverschlüsse oder Druckverschlüsse können den Rucksack nicht genügend abdichten und bieten keinen ausreichenden Schutz. Bei den Reißverschlüssen ist zusätzlich darauf zu achten, dass diese zwar einfach zu bedienen sind, sich jedoch nicht einfach von selbst öffnen können.

„Wasserdicht“ oder „Wasserabweisend“

Der Unterschied zwischen „Wasserdicht“ und „Wasserabweisend“ mag auf den ersten Blick kein großer sein. Dennoch kann dies erhebliche Auswirkungen mit sich bringen. Wasserabweisende Angelrucksäcke sind meist nur imprägniert, sodass der Regen und eventuelles Spritzwasser am Rucksack abläuft.

Bei starkem Regen kann dies jedoch nicht ausreichend sein und der Rucksack beginnt sich mit Wasser anzusaugen. Zusätzlicher Regenschutz wird hier häufig mit einem Regencape für den Rucksack geboten, welches jedoch den schnellen Zugriff auf den Inhalt verhindert. Wasserdichte Rucksäcke hingegen garantieren, dass auch der stärkste Regen nicht ins Innere gelangt und sind definitiv zu bevorzugen.

Die Fächer und Taschen

Beim Angeln ist es häufig nötig, auf die Schnelle den Köder zu wechseln, den Hakenlöser in die Finger zu bekommen oder die Montage zu ändern. Zu diesem Zweck ist es hilfreich, wenn du alle kleinteiligen Zubehöre so verstaust, dass sie schnell griffbereit sind. Eine Unterteilung des Angelrucksacks in mehrere Fächer ist daher sehr zu empfehlen. Wenn zusätzlich noch zahlreiche kleinere Taschen vorhanden sind, ist dies noch besser. Die einzige Schwierigkeit besteht dann darin, sich zu merken, in welcher Tasche du welche Gegenstände verstaut hast.

Integrierte Boxen

Einige Angelrucksäcke verfügen von Haus aus über integrierte Kunststoffboxen. In diesen kannst du sehr einfach Kunstköder, Ersatzhaken, Wirbel, Bleigewichte und Ähnliches verstauen. Der große Vorteil an diesem System ist, dass die Boxen perfekt an den Rucksack angepasst sind. Du verschwendest damit keinen Platz und die integrierte Box kann niemals im Rucksack herumfallen und sich so versehentlich öffnen.

Dem steht jedoch ein ebenso großer Nachteil gegenüber. Die Box ist eben an den Rucksack und nicht an die Bedürfnisse des einzelnen Anglers angepasst. Viele Angler bevorzugen es, ihre Kunststoffboxen derartig individuell zu gestalten, dass jeder Köder und jeder Haken seinen eigenen, fixen Platz besitzt. Ob du nun einen Angelrucksack mit oder ohne integrierten Boxen wählst, hängt also vor allem von deinen persönlichen Vorlieben ab.

Kühlfach

Einige Angelrucksäcke verfügen über ein eigenes Kühlfach. Dieses ist so gestaltet, dass gekühlte Objekte über einen langen Zeitraum kühl und damit frisch bleiben. In seltenen Fällen kannst du sogar Kühlakkus hinzufügen. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn du Lebendköder wie Würmer oder Maden mitführen willst. Doch auch für das eigene Getränk ist eine Kühlung selbstverständlich immer eine willkommene Ergänzung.

Zusätzliche Halterungen für Rute oder Kescher

Insbesondere, wenn der Weg zum Angelplatz schwierig ist und durch dicht bewachsenes oder steiles Gelände führt, ist es hilfreich, beide Hände frei zu haben. Doch wohin mit der Angelrute oder dem Kescher? Im Angelrucksack selbst ist für solch große Gegenstände kein Platz. Gute Rucksäcke haben an den Seiten Halterungen, mit denen du die Ruten ohne Probleme mit Riemen festgezurren kannst. Dieses Konzept wurde von Wanderrucksäcken übernommen, wo an dieser Stelle die Wanderstöcke verstaut werden.

Gewicht und Größe

Die Größe des Rucksacks hängt vor allem von den Bedürfnissen des Anglers ab. Bei einem Ausflug zum Spinnangeln wird ein kleiner und vor allem leichter Angelrucksack besser passen als ein großer, sperriger. Ein Angelrucksack mit einem Fassungsvermögen von 20 bis 30 Litern ist hier vollkommen ausreichend. Falls du allerdings lieber auf Ansitz angelst und eventuell noch die Fische anfütterst, benötigst du erheblich mehr Material. In einem solchen Falle darf ein Angelrucksack ruhig bis zu 50 Liter Fassungsvermögen aufweisen.

Tragekomfort

Eines der wichtigsten Kriterien überhaupt bei der Wahl eines Angelrucksacks ist der Tragekomfort. Schließlich ist davon auszugehen, dass du den Rucksack über viele Jahre hinweg häufig benutzen wirst und oftmals über längere Zeiten hinweg trägt. Um den Komfort zu erhöhen, bieten viele Angelrucksäcke ähnliche Möglichkeiten, wie Wanderrucksäcke. Wichtig ist, dass die Schulterriemen breit genug sind und angenehm aufliegen. Außerdem sollte deren Länge individuell anpassbar sein. Es ist auch angenehm, wenn der Rucksack vor der Brust mit einem Klippverschluss verzurrt werden kann, um so das Gewicht gleichmäßiger auf den gesamten Oberkörper zu verteilen.

Ein weiterer Hinweis auf guten Tragekomfort ist eine Verstärkung jener Fläche des Rucksacks, welche auf dem Rücken aufliegt. Oft ist hier zusätzlich ein atmungsaktiver Stoff eingebracht, welcher die Schweißbildung reduziert. Abgerundet wird angenehmer Tragekomfort durch Polsterungen in jenen Bereichen, wo der Rucksack den Körper berührt. Hier sind erneut insbesondere die Schulterriemen zu nennen.

Das müssen gute Angelrucksäcke zum Spinnfischen bieten

Beim Spinnfischen ist man üblicherweise den ganzen Tag auf Achse und bewegt sich am Gewässer. Meist wird das gesamte Gepäck dauerhaft am Rücken getragen. Deswegen nehmen die meisten Angler zum Spinnfischen nur das Nötigste mit. Dementsprechend ist ein kleinerer Angelrucksack mit einem Fassungsvermögen von 20 bis 30 Litern absolut ausreichend.

Wichtig ist, dass er über einige kleine Fächer und Taschen verfügt, welche stets schnell erreichbar sind. Integrierte Köderboxen können nett sein, sind jedoch kein Muss. Unbedingt nötigt ist jedoch, dass die Angelrute einfach und bequem auf der Seite des Rucksacks untergebracht werden kann, damit auch schwierige Strecken einfach und sicher zurückgelegt werden können.

Das müssen gute Angelrucksäcke zum Ansitzfischen bieten

Im Gegensatz zum Spinnfischen führst du beim Ansitzfischen eine Vielzahl an Ködern, Futter und diversem Material mit. Daher sollte der Rucksack deutlich größer ausfallen. 50 Liter Fassungsvermögen sind hier ein guter Richtwert. Die Fächer sollten größer ausfallen. Dennoch sollte der Rucksack über einige kleinere Taschen verfügen. Eine Rutenhalterung ist nicht zwingend nötig, da die meisten Angler beim Ansitzangeln meist ohnehin mehrere Angelruten verwenden und diese in einer eigenen Tasche mitführen.

Das müssen gute Allround-Angelrucksäcke bieten

Wer gerne abwechslungsreich angelt, steht bei der Wahl eines Angelrucksacks vor einem Dilemma. Soll nun ein kleiner, leichter Rucksack gewählt werden, welcher sich gut zum Spinnfischen eignet, oder doch ein größerer, welcher genügend Platz bietet, um ihn auch beim Ansitzangeln gut nutzen zu können? Die Lösung liegt hier wohl in der Mitte. Gute Allrounder mit einem Fassungsvermögen von 30 bis 40 Litern bieten das Beste aus beiden Welten. Genügend Platz bei nicht zu hohem Gewicht. Eine Rutenhalterung ist hier sehr empfehlenswert.

Fazit zu Angelrucksäcken

In vielen Bereichen ist es also Geschmackssache, welcher Rucksack zu einem Angler am besten passt. Vor allem die benötigte Größe und damit verbunden das Gewicht hängt von den Anforderungen ab. Doch auch die Anzahl der Fächer und Taschen und zusätzliche Features wie eine Kühlbox, Halterungen für die Rute oder integrierte Kunststoffboxen sind Geschmackssache.

Je nach bevorzugter Art des Angelns können unterschiedliche Rucksäcke empfohlen werden. Dennoch gibt es auch einige universal einsetzbare Modelle. Doch egal wofür man sich entscheidet, stets gilt, dass die Qualität stimmen muss. Vor allem das verarbeitete Material und ein angemessener Regenschutz sind hier zu erwähnen. Zu guter Letzt solltest du auf keinen Fall den Tragekomfort vernachlässigen.