Kühlrucksack: Test & Vergleich 07/2021

Ein Kühlrucksack leistet im Sommer wertvolle Dienste. Die Kombination aus Kühltasche und Rucksack sorgt dafür, dass unterwegs immer kühle Erfrischungen zur Verfügung stehen.

Doch Kühlrucksack ist nicht gleich Kühlrucksack: Im Test hat sich gezeigt, dass Käufer an ihre Favoriten ganz verschiedene Erwartungen haben.

Wer vor dem Kauf die eigenen Ansprüche klar benennen kann, ist hinterher zufriedener. Welche Unterschiede es dabei gibt und worauf Kaufwillige sonst noch achten sollten, erklärt dieser Ratgeber.

Kühlrucksack: Was ist das?

Ein Kühlrucksack ist ein Rucksack mit Kühlfunktion. Er hält also Getränke und andere Lebensmittel kalt. Im Inneren ist er speziell isoliert, damit die Kühlung möglichst lange erhalten bleibt. 

Die Aufteilung hingegen unterscheidet sich von Modell zu Modell, ebenso wie das Fassungsvermögen. Breite Trageriemen sorgen für Erleichterung beim Tragen, was auch nötig ist: Eigengewicht und Inhalt zusammen sind nicht ganz leicht, wie jeder Test bestätigt. Nutzer sollten daher vor dem Kauf ihre persönliche Fitness realistisch einschätzen können.

Wozu dient ein Kühlrucksack?

Er dient als Tragehilfe für verschiedene Wegstrecken. Das kann der Weg vom Auto in den Park sein oder der Lebensmitteleinkauf. Gern genutzt wird der Rucksack auch beim draußen verbrachten Arbeitstag oder am Strand. 

Im Test bewährt hat er sich aber eher für längere Wanderungen. Auf solchen Ausflügen mangelt es häufig an kalten Erfrischungen, denn alles Mitgebrachte nimmt rasch die Außentemperatur an. 

Mit einem Kühlrucksack hingegen hat man die kühlen Getränke immer dabei. Man trägt also einen kleinen Kühlschrank mit sich herum. Anders als ein solcher lässt sich der Rucksack aber besser tragen.

Dafür lässt sich der Rucksack nutzen:

  • Getränke
  • weitere Erfrischungen
  • hausgemachte Salate
  • Schokolade

Was ist wichtig beim Kühlrucksack?

Kühlleistung: Für lange Ausflüge sollte die Leistung möglichst hoch sein, dann hält die Kühlung länger vor.

Innenaufteilung: Je nach Inhalt braucht es mehr als ein Fach. Wer nicht nur Getränke, sondern auch Schokoriegel und andere Leckereien vor der Hitze schützen möchte, sollte darauf achten!

Volumen: Dies bezeichnet das Fassungsvermögen, also wie viel wirklich reinpasst.

Vorteile bei der Nutzung

Durch die Kühlfunktion bleiben Erfrischungen bis zu zwölf Stunden angenehm kühl. Doch es gibt noch mehr Vorteile. So verspricht ein Kühlrucksack hohen Tragekomfort. Der Grund: Das Gewicht verteilt sich auf das Tragesystem. 

Gute Modelle ähneln einem Trekkingrucksack. Damit ist sogar rückenschonendes Tragen möglich - bei einem Praxis Test immer von Vorteil! Außerdem bleiben die Hände frei. 

Und es gibt Transportmöglichkeiten für weitere Gegenstände, die man auf der Wanderung dabeihaben möchte.

Was versteht man unter Tragekomfort?

Wenn es beim Tragen überall drückt und scheuert, hat niemand Freude am Wandern. Leider ist nicht jeder Rucksack gut gepolstert. 

Dabei spielt vor allem die Anbringung eine Rolle. Breite Trageriemen an den Schultern erleichtern das Tragen schon sehr. Mit Schulterpolstern trägt es sich aber noch leichter, ebenso wie mit einer guten Rückenpolsterung. Auch Hüftgurte haben sich im Test als hilfreich erwiesen.

Welche Ausführungen gibt es?

Als Kühlrucksack für das Wandern haben sich spezielle Modelle etabliert. Das Modell für Getränke ist etwas kleiner und verfügt über spezielles Zubehör, etwa einen Flaschenöffner. 

Für Lebensmittel hingegen sind die Modelle größer, da die Behälter meist auch größer sind. Spezielle Features gibt es hier nicht. Die beiden Arten sind ansonsten gleich in puncto Aufbau und Kühlfunktion. Häufig haben sie nur ein Innenfach. Mehr Fächer bietet der multifunktionale Rucksack. 

Hier passt sowohl ein Laptop hinein wie auch ein paar Bücher, was sich im Test als sehr praktisch erwiesen hat. Für die Verpflegung bleibt ebenfalls Platz: Dieser Teil des Rucksacks kühlt seinen Inhalt, der Rest hingegen nicht.

Maße und Gewicht

Die Maße entscheiden darüber, was später mitgenommen werden kann: So braucht es für Flaschen von 750 ml eine Mindesthöhe von 30 cm. 

Bedenken sollte man auch immer die Folgen: Je größer die Maße, desto schwerer wird später der voll bepackte Rucksack. Im Test zeigte sich, was als leicht empfunden wird: Zwischen 500 und 600 g wiegen leichtere Modelle. Alles über ein Kilogramm gilt als schwer.

Volumen

Das Volumen bezeichnet das Fassungsvermögen des Rucksacks. Was also hineinpasst und was nicht, entscheidet sich spätestens bei diesem Punkt.

Die Bandbreite reicht dabei von weniger als 20 bis über 40 Liter. Auch hier sollte sorgfältig überlegt werden, was wichtiger ist: Mehr Volumen bedeutet mehr Platz, aber auch mehr Gewicht.

Welche Größe für wie viele Personen:

  • Bis zu 10 Liter: Kinder.
  • Bis zu 20 Liter: Ein Erwachsener.
  • Bis zu 30 Liter: Paare, mit Kind, ganze Familie, Freunde, kurze Wanderung.
  • Ungefähr 40 Liter (XXL): Ganze Familie, längere Wanderung.

Kühlleistung und Betrieb

Die Kühlleistung schwankt stark. Zwischen vier Stunden und bis zu 48 Stunden ist alles möglich, abhängig natürlich vom Modell. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten der Kühlung.

  • Kühlakku
  • Solarmodul
  • Elektrisches Aufladen

Kühlakku

Er kommt bei Weitem am häufigsten zum Einsatz. Vom Prinzip her ähnelt dieses Modell der Kühltasche. Es ist ähnlich erfolgreich, denn es macht den Rucksack robust und sehr leicht. 

Der Nachteil: Die Kühlleistung lässt rascher nach. Sie hält bis zu vier Stunden vor. Je nach Isolierung konnte im Test auch mehr erreicht werden. Besser isolierte Modelle sind natürlich teurer.

Solarbetriebener Kühlrucksack

Neben dem Akku hat dieses Modell ein Solarmodul eingebaut. Beides ist nötig, falls der Tag einmal nicht sonnig genug ist und diese Form der Energiegewinnung nicht ausreicht.

Das macht dieses Modell sehr flexibel: Je nach Bedarf springt die eine oder die andere Funktion ein. Leider wird der Rucksack dadurch schwerer. Gibt es einmal viel Sonne, lässt sich aber das Smartphone damit laden, wie der Praxis Test zeigte.

Elektrisches Modell

Interessant für Menschen, die mit dem Auto anreisen: Dieses Modell lässt sich mit Strom aufladen. Dafür benötigt man den 12-Volt-Anschluss des Autos.

Nachteil: Dieser Rucksack ist besonders schwer und zudem noch etwas teurer. Seine Kühlfunktion kann bis zu 12 Stunden vorhalten.

Material

Außen findet sich häufig das strapazierfähige Polyester. Es ist reißfest und witterungsbeständig, also gefeit gegen Kälte, Sonne und Regen. Zudem ist es schmutzabweisend, was je nach Ziel sehr praktisch sein kann. 

Innen findet sich anderes Material, da hier die Anforderungen etwas andere sind. Polyamid ist eine häufige Materialart. Hinzu kommt die Isolierung. Sie besteht meist aus Polyethylen-Schaum.

Was ist Oxford-Nylon:

Dabei handelt es sich um eine spezielle Variante von Nylon. Sie ist noch strapazierfähiger als der Ausgangsstoff. Für Kühlrucksäcke eignet sich dieser Stoff gut, da er im Test selbst bei häufigem Gebrauch extrem lange hielt.

Synthetisch oder Natur?

Es gibt auch Kühlrucksäcke aus natürlichen Inhaltsstoffen. Dabei gibt es aber ein Problem: Dringt Kondenswasser ein, verringert sich die Haltbarkeit solcher Materialien.

Um das zu verhindern, nutzen auch diese Modelle Kunstfasern. So findet sich an der Innenseite häufig eine Kunststofffolie. So viel wie möglich ist aber aus Naturfaser. Dann wird mit Schafwolle isoliert, während das Außenmaterial aus Baumwolle besteht.

Welche Vorteile haben hochwertige Modelle?

Sie tragen sich oft bequemer, denn sie sind gut gepolstert. Auch in der Ausstattung können sich hochwertige Modelle deutlich von günstigen unterscheiden. Beispielsweise sorgen mehr Fächer für mehr Ordnung. 

Viele hochpreisige Modelle halten zudem den Inhalt länger kühl. Manchmal sind sie auch zusätzlich isoliert, also bis dicht an den Reißverschluss: Öffnet man ihn, verliert der Rucksack nicht so schnell an Kühlung. Wer allerdings nicht so lange unterwegs ist, kann ein einfaches Modell in Betracht ziehen.

Wie günstig ist ein preisgünstiger Rucksack?

Preisgünstige Modelle gibt es schon für weniger als 20 Euro. Je nach Größe, Art und Material wird ein normales Modell aber eher mehr kosten. 

Dabei geht die untere Preislage bis zu 50 Euro. Hochwertige Rucksäcke können schnell über hundert Euro kosten, Spitzenmodelle sogar um 300 Euro.

Wo einen Kühlrucksack kaufen?

Sowohl online wie auch vor Ort finden sich gute Kühlrucksäcke. Wichtig ist vor allem ein übersichtliches Angebot und eine gute Beratung. Jede Möglichkeit hat ihre Vorteile: So kann man im Sportfachgeschäft zwar eine bessere Beratung erwarten. 

Man zahlt aber auch deutlich mehr als für dasselbe Modell online. Im Discounter gibt es das günstigste Modell bereits für wenige Euro. Dafür entfällt die Beratung komplett. Die Qualität muss selbst erforscht werden und das Angebot ist zeitlich begrenzt. 

Ständig verfügbar sind gute Modelle hingegen online. Auf zahlreichen Kaufportalen lässt sich auch am besten prüfen, welche Erfahrungen andere Kunden im Test machten.

Kühlrucksack spezial: Modelle fürs Fahrrad

Sie sind unüblich, aber eine gute Alternative für Radtouren: Geht es in glattes Gelände, lässt sich manches Modell einfach an das Rad anhängen. Möglich machen dies spezielle Rollen. 

Das kann hilfreich sein, sofern man keine großen Unebenheiten überwinden muss. Die Konstruktion überzeugte aber im Test nicht ganz, denn die Rollen sollten dafür besonders robust sein.

Häufig eignen sie sich nur dafür, den Rucksack kurz hinter sich herzuziehen, anstatt ihn zu schultern. Enthält der Rucksack zerbrechliche Güter wie Flaschen, sollten solche Touren gründlich durchdacht werden.

Den Nutzen des Kühlrucksacks richtig einschätzen

Ein paar wichtige Fragen gehören zum Kauf des Rucksacks einfach dazu. Unter anderem ist wichtig, wie viel darin transportiert werden soll.

Auch die Art des Inhalts kann sich ja deutlich unterscheiden: Sollen vor allem Flaschen darin Platz finden und wenn ja, wie viele? Werden auch Lebensmittel in voluminösen Behältern eingepackt? Und wie lange soll der Rucksack überhaupt kühlen - nur ein paar Stunden oder den ganzen Tag?

All diese Punkte sind nicht leicht einzuschätzen, wenn man noch gar keine Erfahrung damit gemacht hat. Deshalb folgt hier eine Liste mit wichtigen Fragen, die sich jeder vor dem Kauf stellen sollte.

Checkliste Kühlrucksäcke kaufen

  • Der Einsatzzweck bestimmt Maße, Volumen und mögliches Eigengewicht!
  • Gibt es verstellbare Schulterriemen? Sind sie breit genug, um den Kühlrucksack auch länger zu tragen?
  • Wie lange soll der Inhalt kalt bleiben? Welche Leistung muss der Rucksack bringen?
  • Wie lässt er sich aufladen: solar, reicht ein Kühlakku oder steht ein Auto zur Verfügung?
  • Welche Fächeraufteilung wird voraussichtlich benötigt?
  • Ist das Rückenteil gepolstert und atmungsaktiv?
  • Wer wird ihn tragen? Davon hängt das maximale Gewicht ab.

Worauf man sonst noch beim Kauf achten sollte

Für größere Behältnisse braucht es einen Rucksack mit weit öffnendem Reißverschluss. Das ist nicht bei jedem Modell gegeben. Ähnlich wichtig, doch häufig nicht bedacht: Welche Tragemöglichkeiten gibt es noch? Normal ist ein Tragegriff sowie die Gurte selbst. 

Sie sollten aber selbst bei kurzem Anheben nur gleichmäßig belastet werden. Abhilfe schaffen mehrere Tragegriffe, die sich an unterschiedlichen Seiten befinden. Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob der Rucksack auslaufsicher ist. Ist etwas im Inneren nicht richtig verschlossen, sollte sich dies nicht über den Rücken des Trägers ergießen. 

Zuletzt kann die Frage nach einer Bodenverstärkung hilfreich sein. Ist der Boden nämlich verstärkt, stehen die Flaschen beim Transport sicher.

Alternativen zum Kühlrucksack

Kühlbox

Die Kühlbox gilt als unhandlich. Deshalb kann sie nur dann eine echte Alternative sein, wenn es mit dem Auto ins Grüne geht. Für ein längeres Tragen oder gar eine Wanderung eignet sie sich nicht. Auf kurzen Strecken sind ihre Vorteile aber unschlagbar.

Sie lässt sich mit dem Zigarettenanzünder aufladen und ist damit permanent am Kühlen. Zudem ist sie groß und stabil und lässt sich somit gut für ein Picknick nutzen.

Kühltasche

Dies ist die günstige Variante, nicht ganz so stabil und geräumig wie die Kühlbox. Sie braucht keinen Strom und ist daher nicht so schwer. Sie trägt sich auch leichter.

Dennoch ist sie unpraktisch für längere Strecken, die zu Fuß zurückgelegt werden sollen. Ihr Gewicht ist zudem am Körper sehr ungleichmäßig verteilt. Ihre Stärken machen sie zum idealen Begleiter für Stadtpark und den Strand.

Test und Auswertung: Gibt es einen Kühlrucksack Testsieger?

Test Berichte sind ergiebig, wenn es an den Kauf geht. Schließlich zeigen andere Käufer klar, was die Vor- und Nachteile eines jeden Modelles sind.

Leider gibt es noch keinen eigenen Test der Stiftung Warentest. Große Kaufportale und deren Bewertungsfunktionen lassen sich aber ebenfalls nutzen: Sie geben einen Anhaltspunkt dafür, wie ein Modell im praxisnahen Test besteht. Hier sind einige Erfahrungsberichte zu Kühlrucksäcken.

Häufige Kritik im Test: Erfahrungen anderer Kunden

  • nicht lange haltbar
  • trägt sich schlecht, schon nach kurzer Zeit Rückenbeschwerden
  • Material riecht unangenehm: Schadstoffe?

Vorbereitung ist alles: So nutzt man den Kühlrucksack effektiv

  • Vorbereiten: Bis zu drei Stunden vor der Nutzung kommen die Kühlakkus ins Gefrierfach. Auch der Inhalt sollte vorgekühlt werden, dann funktioniert die Kühlung länger.
  • Kühlakkus richtig einlegen: Sie gehören auf oder neben den Inhalt. Nicht darunter! Gibt es ein extra Fach dafür, sollte man dies auch nutzen.
  • Alles gut einpacken: Richtige Nutzung beinhaltet auch die richtige Packtechnik. Vor allem gilt es, die Nebenfächer zu nutzen, sofern vorhanden. Nicht wild durcheinander stapeln! Das Innere ist zwar meist wasserdicht. Dennoch wäre es ärgerlich, wenn etwas ausläuft. Zudem sollte man nie warm und kalt zusammenpacken.
  • Den vollen Rucksack richtig hochnehmen: Jedes Material kann ermüden. Rasch löst sich dann etwas, das doch eigentlich halten sollte. Unschöne Überraschungen verhindert man, wenn man den voll bepackten Rucksack nicht an einem Gurt hochhebt.

Gute Pflege des Kühlrucksacks

Nach jedem Gebrauch sollte der Rucksack feucht ausgewischt werden. Am besten eignet sich dazu ein Lappen und handwarmes Wasser. Das dient der Hygiene, denn so lassen sich auch Lebensmittelreste leicht entfernen. 

Reicht das nicht mehr aus, muss der Rucksack gründlicher gereinigt werden. Im Schonwaschgang der Waschmaschine geschieht dies am besten. 

Nur sollte die Temperatur nicht zu heiß sein. Der Hersteller gibt im Allgemeinen dazu Hinweise. Wäscht man falsch, leidet die Kühlfähigkeit. Aus demselben Grund gehört der Rucksack auch nicht in den Trockner.

Fazit Kühlrucksack: Unterwegs immer kühle Getränke parat!

Ein Kühlrucksack kann eine Wanderung erst so richtig schön machen. So kann man die Natur genießen und hat doch immer eine kühle Erfrischung dabei. Nicht jedes Modell eignete sich im Test aber für jeden Zweck.

Wichtig ist vor allem die passende Größe und das richtige Modell. Wer mit dem Auto zum Ausflugsort fährt, kann ein elektrisches Modell wählen.

Es hält länger, ist aber auch schwerer. Wer kein Auto besitzt, ist mit Solarbetrieb oder Kühlakku gut beraten. Diese Modelle kühlen weniger lange, sind aber auch leichter und preiswerter.