Klettersteigset Test 02/2021 – Die besten Modelle im Vergleich

Klettern ist ein tolles und enorm aufregendes Hobby für sportliche und abenteuerlustige Menschen! Je nach Vorliebe können Sie es in der geschützten Kletterhalle oder auch draußen in der Natur praktizieren. Neben dem Spaß am Erlebnis in den Bergen und an Felswänden kann das Klettern jedoch auch sehr gefährlich werden. Es handelt sich um einen Extremsport. Der folgende Ratgeber dient daher dazu, wichtige Informationen, die das richtige Klettersteigset betreffen, zu liefern.


Da es im Härtefall um das eigene Leben gehen kann, lohnt es sich, genau darüber nachzudenken, welches Klettersteigset das passende ist. Wir möchten uns an diejenigen richten, die sich für das Klettern interessieren, bisher aber noch nicht allzu viel über die Ausrüstung in Erfahrung bringen konnten. Anfänger, die gern wissen möchten, was zu beachten ist und Hilfe bei der wichtigen Kaufentscheidung benötigen, sind hier genau richtig!

Die 10 beliebtesten Klettersteigsets

Welche Aufgabe hat ein Klettersteigset zu erfüllen?

Beim Begriff Klettersteig handelt es sich um einen vorgegebenen Kletterweg. Dieser ist normalerweise mit Stahlseilen, Eisenstiften und –leitern sowie Klammern, die als Stufen dienen sollen, ausgestattet. Klettersteige finden sich an künstlichen Felswänden und in der Wildnis. Anfangs beabsichtigte man, komplizierte Wanderwege auch für diejenigen erreichbar zu machen, die nicht regelmäßig kletterten. Diese Wege wurden nach und nach immer anspruchsvoller. Mit der Zeit entwickelte sich das Klettern an solchen Klettersteigen zu einer eigenen Kletterdisziplin.

Der italienische Begriff Via Ferrata (deutsch: Eisenweg) ist eine weit verbreitete Bezeichnung für diese Disziplin.Das Klettersteigset, um das es hier gehen soll, dient dazu, den eigenen Körper mit den Hilfsmitteln entlang des Klettersteigs (Drahtseile etc.) zu verbinden. Man hängt sich also darin ein und wird auf diese Weise vor dem Stürzen bewahrt.

Was muss man beachten?

Als Kletterer benötigt man ein paar grundsätzliche Eigenschaften: Körpergefühl, Kraft, Bewegungstechnik sowie eine allgemeine Kondition gehören dazu. Das Wissen um den richtigen Umgang mit dem Klettersteigset ist unverzichtbar. Hierzu können Sie beispielsweise neben gründlicher Recherche und Ausprobieren im sicheren Terrain auch einen Klettersteig-Kurs besuchen.

Wann sollten Sie ein Klettersteigset ausgetauschen?

Unbedingt zu beachten ist, dass Klettersteigsets ein Ablaufdatum besitzen! Sollte dieses überschritten werden, bringt man sich selbst in unnötige Gefahr, wenn man es weiter verwendet. Dies ist der Grund dafür, dass Kletterssteigsets nach dem Kauf nicht mehr zurückgebracht werden können – ein vorheriger Test lohnt sich also. Das Ablaufdatum ist abhängig von gewissen Faktoren: Eine unsachgemäße Lagerung des Materials sowie generelle Abnutzungserscheinungen können beispielsweise Gründe sein. Tritt dies nicht ein, sollten Sie nach maximal zehn Jahren ein neues Exemplar erwerben. Das ist ein hilfreicher Richtwert.

Immer auf das Gewicht achten!

Ein weiteres sehr relevantes Thema sind Gewichte. Das Minimal- und Maximalgewicht, das jedes Set aufweist, muss immer auf die eigenen Anforderungen abgestimmt sein! Zunächst zur Bruchlast: Die Bruchlast eines Klettersteigsets wird in Kilonewton gerechnet. 20 Kilonewton entsprechen zum Beispiel zwei Tonnen. Dabei handelt es sich um einen ungefähren Normwert für die Sets.

Gurt, Karabiner und Seilstück als Bestandteile des Klettersteigsets können entsprechend ab einem Gewicht von zwei Tonnen auseinanderreißen. Ab 900 kg wird ein menschlicher Körper bereits so schwer verletzt, dass die Schäden eventuell nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Aus diesem Grund existieren auf dem Markt Klettersteigbremsen, die schon ab vier Kilonewton aktiviert werden und den Sturz ausbremsen. Ein fatales Aufkommen an Felswänden können die Bremsen allerdings leider nicht verhindern.

Berücksichtigen Sie ebenfalls das Gewicht des Kletterers und seiner gesamten Ausrüstung. Auf dem Markt erhältliche Ausrüstungen variieren in ihrem Gewicht sehr stark. Einige Hobbykletterer empfinden Leichtigkeit bei ihrer Lieblingsaktivität als komfortabler. Daher gibt es Equipment, das schon bei einem Gewicht von 420g beginnt.
Wie schwer eine Person selbst ist, hat grundlegende Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit der Ausrüstung. Kleidung und ggf. Rucksack dürfen Sie hier auch nicht vergessen.

Die meisten Klettersteigsets sind auf ein Körpergewicht von 50-100kg ausgelegt. Unterschreitet das eigene Gewicht unabhängig von der Ausrüstung diese Marke beispielweise bei Kindern), sollte man sich nach einem anderen Exemplar umgeschauen. Die größte Gefahr besteht ansonsten darin, dass Sicherheitsfunktionen wie die Abfederung beim Fall nicht aktiviert werden können.

Wo möchten Sie das Klettersteigset einsetzen?

Je nach Einsatzbereich sind verschiedene Klettersteigsets unterschiedlich gut für den Gebrauch geeignet. Für eine Benutzung draußen in der Natur muss es robust und dem Umwelt- und Wetterbedingungen gewachsen sein. Eine Seillänge von 60-70m wäre hier angemessen. Ungefähr 12-15 Karabiner sollten das Set ergänzen. Ein Sicherheitshelm aus Hartschale bietet sich an, da er vor möglichen Steinschlägen schützen kann. Ein Brustgurt macht ebenfalls Sinn, da Sie so in jedem Fall einen Rucksack mitführen können.

Ob man das Klettersteigset um eine Rastschlaufe ergänzen möchte, um während des Kletterprozesses verschnaufen zu können oder die Landschaft zu fotografieren, ist der individuellen Vorliebe überlassen.

Soll das Klettersteigset der Verwendung innen in einer Kletterhalle dienen, lohnt sich eine Ausrüstung derselben Durabilität nicht zwangsläufig. Einfachseile mit einem Mindestdurchmesser von zehn Millimetern tun hier ihren Zweck. Die ungefähre Normalsturzzahl sollte man miteinberechnen: Wie oft fällt der Kletterer? Auf der Verpackung der Klettersteigsets ist dieser Wert in der Regel zu finden. Ein Minimum sind fünf Stürze. Sieben Stürze sind sehr gut für eine Seildicke von 10,5mm, während 10 Stürze wohl das Maximum darstellen.

Wie lang sollte das Seil sein? Um diese Frage zu beantworten, sollten Sie die Höhe der Kletterwand oder die Routenlänge betrachten. Diese verdoppelt man und addiert noch einmal zehn Meter. Ein Seil kann im Grunde nicht zu lang werden.Zehn Karabiner und ein einfacher Helm aus Styropor reichen für das Indoor-Klettern aus. Der Styroporhelm ist leicht und bequem.

Checkliste

Weitere Faktoren, die auf keinen Fall auf der Checkliste für den Kauf eines Klettersteigsets fehlen sollten, betreffen zum Beispiel die Sicherheit. Wie sicher ist das Set im Allgemeinen? Wo liegen seine bestimmten Vorteile? Einige Sets verfügen über eine besonders hohe Strapazierfähigkeit oder Dehnbarkeit, einen sehr hohen Tragekomfort, unkomplizierte Handhabung oder sind sogar für drinnen und draußen geeignet. Manchmal gibt es auch ein ergänzendes Back-Up-System, dass für noch sichereren Schutz sorgt.

Auch den Lieferumfang sollten Sie prüfen. Ist bei einem Klettersteigset womöglich mehr enthalten als bei einem anderen; ist es vollständig? Im Bereich des Lieferumfangs variieren die Sets recht stark. Manchmal ist zusätzlich ein Helm oder Klettergurt enthalten – in anderen Fällen nicht. Hier muss man selbst ein wenig vergleichen und überlegen, ob man ein möglichst umfangreiches Klettersteigset kaufen oder lieber eines nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen möchte.

Hat das Set einen Bandfalldämpfer? Dies ist ein sehr wichtiger Faktor. Auf die einzelnen Bestandteile der Ausrüstung und insbesondere die Vor- und Nachteile von verschiedenen Bremssystemen, werden wir weiter unten noch eingehen.
Klettersteigsets für Anfänger bewegen sich in der Regel ungefähr in einer Preisspanne von 100-150€. Häufig sind sie in Online-Shop ein wenig günstiger zu erstehen, aber dort gibt es leider keine individuelle Beratungsmöglichkeit. An dieser Stelle sei nur kurz erwähnt, dass es auch die Möglichkeit gibt, eines zu mieten. Das steht jedoch unserer Empfehlung sehr entgegen!

Wie legt man ein Klettersteigset sachgemäß an?

Wie wird das Klettersteigset richtig angelegt? Um auch sicher den Kletterweg bestreiten zu können, sollten Sie das Set (die Karabiner und die Klettersteigbremse) mit einem Ankerstich an der Einbindeschlaufe des Klettergurtes befestigen.
Jedem Kletterausflug sollte eine gründliche Überprüfung des Sets (egal, ob gebraucht oder neu) vorausgehen. Ein Partnercheck, der das richtige Anlegen betrifft, ist ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme. Ganz wichtig: unbedingt darauf achten, dass die Karabiner geschlossen sind!

Grundwissen über Klettersteigsets

Seit 2017 existiert eine neue Norm für Klettersteigsets (EN 958:2017). Insbesondere die Fangstoßabfederung ist dabei vermehrt in den Blick geraten. Getestet wird hier bei ganz verschiedenen Umweltbedingungen, Gewichten und Bremswegen. In nassem und trockenem Zustand werden die Fangstöße in Kilonewton angegeben. Die Lastenarme werden in einem separaten Prozess gründlich unter die Lupe genommen und geprüft. Im Gegensatz zur Norm vor 2017 berücksichtigt diese neue Version auch geringes Gewicht. Ebenso wird das geeignete Höchstgewicht für ein Klettersteigset inzwischen angegeben.

Im Allgemeinen können wir das Klettersteigset als denjenigen Teil der Kletterausrüstung einordnen, der den Klettergurt, in dem sich der Körper des Kletterers befindet, mit den Drahtseilen oder anderen Sicherungsmitteln an der Felswand verbindet. Jedes (moderne) Klettersteigset verfügt über zwei Karabiner, zwei elastische Arme, ein optionales Drehgelenk, einen Bandfalldämpfer (Schutz vor dem Sturz) und eine Einbindeschlaufe mit der das Set am Klettergurt befestigt wird. Damit reiht sich das Klettersteigset als ein wichtiger Bestandteil in die Grundausrüstung zum Klettern ein. Weitere Bestandteile der Ausrüstung sind: Kletterhelm, Klettergurt und Klettersteighandschuhe.

Die verschiedenen Formen

Klettersteigsets werden von der Klettercommunity grundsätzlich in zwei verschiedene Bauweisen eingeteilt. Hier kann man zwischen der älteren Bauweise der V-Form und der modernen Version der Y-Form unterscheiden. Die beiden Varianten erinnern jeweils an ein V und ein Y.

Die klassische V-Form

Die V-Form enthält ein vereinzeltes Seilstück. In der Mitte dieses Seils befindet sich die Bremsplatte. Durch die Mitte dieser Platte ist das Bremsseil hindurchgefädelt. An dessen Enden sind zwei Karabiner platziert. Die Bremsplatte ist darüber hinaus durch ein weiteres Material wie einem Seilstück oder Band mit dem Klettergurt verbunden. Während des Kletterns darf immer nur ein Karabiner sich am Sicherungsseil befinden. Ist das nicht der Fall und beide Karabiner sind befestigt, kann das Bremsseil nicht durch die Platte hindurchgezogen werden. Die schützende Bremsfunktion wird so nicht aktiviert.

Der Nachteil ist hier also klar der Sicherheitsmangel. Sehr leicht kann es schließlich im Eifer des Gefechts passieren, dass Sie vergessen, den zweiten Karabiner zu lösen. Auch muss man anmerken, dass die Befestigung mit lediglich einem Karabiner schon an sich ein Sicherheitsrisiko ist, da die Wahrscheinlichkeit steigt dass dieser sich unter dem vermehrten Gewicht verbiegt oder gar bricht. Ein Vorteil ist dagegen das geringe Gewicht der Sets. Herrscht ein niedriges Sturzrisiko auf der betreffenden Strecke, können die leichte Bedienbarkeit und das geringe Gewicht durchaus punkten. Insbesondere gilt das für lange Kletterstrecken.

Die moderne Y-Form

Die inzwischen als standardisiert unter den Klettersteigsets angesehene moderne Y-Form beinhaltet zwei Äste. Sie teilt sich also in der Mitte. Die beiden Seilstücke müssen unterschiedlich lang sein und beinhalten jeweils einen Karabiner, den man am Drahtseil des Klettersteigs befestigt. Wieder läuft ein Seilstück durch die Bremsplatte. Beim eventuellen Sturz wird das Bremsseil durch diese gezogen, unabhängig davon ob ein oder zwei Karabiner sich am Drahtseil befinden. Dies ist der entscheidende Unterschied zur veralteten Version: Sie müssen nicht darauf achten, stets den zweiten Karabiner zu lösen und der Kletterer ist so doppelt abgesichert. Es handelt sich hier um eine dynamische Bremsfunktion. Das Sicherungsseil endet nach einer gewissen Länge in eine Schlaufe am Klettergurt.

Leider ist die Y-Form auch schwerer im Gewicht und umständlicher in der Bedienung. Sicherheit geht jedoch immer vor und sie wird von der UIAA (Union internationale des Associations d’Alpinisme) grundsätzlich präferiert.

Einzelne Bestandteile des Klettersteigsets im Detail

Hier möchten wir nun genauer auf die einzelnen Bestandteile eines Klettersteigsets eingehen. Das hilft, um die genauen Prozesse, insbesondere im Falle eines Sturzes, nachvollziehen zu können und das Equipment beim Kauf einzuordnen.

Bremssysteme

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Sie ein Klettersteigset, dessen Bremsfunktion nur ein einziges Mal durch einen Sturz ausgelöst wurde, umgehend ersetzen müssen. Es ist unbrauchbar und muss entsorgt werden. Es schützt vor einem Absturz auf eine ähnliche Weise wie ein Airbag: ein Einmal-Notfallsystem! Darüber hinaus ist es ebenso wichtig, nie selbst am Dämpfer eines Klettersteigsets etwas zu modifizieren. Der Hersteller hat es genau durchdacht und bei der kleinsten Veränderung kann er die eigene Sicherheit einfach nicht mehr garantieren.
Auch im Bereich der Bremssysteme können wir zwei unterschiedliche Versionen herausgefiltern: den Fangstoßdämpfer und den Bandfalldämpfer.

Der Fangstoßdämpfer

Der Fangstoßdämpfer oder auch die Klettersteig- oder Seilbremse schützt den Kletterer mithilfe eines Mechanismus, bei dem das Seil im Sturzfall durch die Lochplatte hindurchgeht und so den Fall abbremst oder dämpft. Ein Problem sind hier die Umweltbedingungen: Sollte die Ausrüstung nass sein, ist es schlecht vorhersehbar, inwiefern die Dämpffunktion sich von ihrer normalen Arbeitsweise unterscheiden wird. Auch hier handelt es sich, ähnlich wie bei der veralteten V-Form, um ein herbes Sicherheitsrisiko, das zu Recht nicht mehr empfohlen wird.

Der Bandfalldämpfer

Der Moderne Bandfalldämpfer verfügt über die Besonderheit, dass vernähte und verwebte Bandmaterialien den Bremsweg verlängern können. Es handelt sich also um einen völlig anderen Bremsmechanismus als beim Fangstoßdämpfer. Von Vorteil ist, dass Nässe oder Witterung kaum Einfluss auf die Art der Sturzabmilderung haben. Beachten sollte man lediglich Kriterien wie die Größe oder wo genau am Klettersteigset sich der Dämpfer befindet. Schade wäre es, wenn er beispielsweise beim Gehen oder Klettern stören würde.

Karabiner

Grundsätzlich werden Sie während des Kletterns die Karabiner enorm häufig öffnen und schließen. Sie sind daher erstens ein sehr wichtiger Bestandteil eines Klettersteigsets und zweitens sollten sie im besten Fall leicht bedienbar sein. Unbedingt sollte man vor dem Klettern ausprobieren, ob man mit der Bedienung gut zurechtkommt! Weitere zu beantwortende Fragen wären hier außerdem: Verfügen die Karabiner über eine ergonomische Form? Haben sie eine hohe Biegefestigkeit? Auch die Größe ist ein wichtiger Punkt: Selbstverständlich sind kleine Karabiner leichter im Gewicht, aber man darf auch nicht vergessen, dass sie dadurch sehr viel schwieriger in ein Drahtseil einzuhängen sind!

Tatsächlich gibt es auf dem Markt eine Vielzahl an verschiedenen Karabinertypen. Da kann man durchaus den Überblick verlieren. Eine Beratung bietet sich hier definitiv an und kann bei der Orientierung weiterhelfen. Hier möchten wir nur ein paar einzelne Varianten nennen: Es gibt selbstverständlich die einfachen Karabiner. Hinzu kommen Karabiner mit Handballensicherung. Diese können Sie bedienen, indem Sie mit dem Handballen einen Hebel betätigen, um dann im Anschluss mithilfe der Finger die Ausrüstung öffnen zu können. Auch Karabiner mit innenliegender Daumensicherung existieren.

Empfehlen kann man für den Kletterzweck auf jeden Fall einen Schraubverschluss oder einen Safe-Lock-Karabiner für ein Maximum an Sicherheit.
Für welche Art Sie sich entscheiden, hängt jedoch auch immer vom Einsatzbereich und seinen Bedingungen ab.
Zuletzt noch ein Wort zu den Karabinerverbindungen: Die elastischen Arme oder Äste die der Karabiner mit der Felswand verbindet, sollte man nicht mehr mit einem Knoten am Karabiner festmachen. Moderner und sicherer ist die Befestigung durch Einnähen. Darauf sollte man beim Kauf eines Klettersteigsets achten!

Anseilvorrichtung oder Einbindeschlaufe

Die sogenannte Anseilvorrichtung oder Einbindeschlaufe bezeichnet das Element, das den Klettergurt mit dem Klettersteigset verbindet. Heutige moderne Klettersteigsets sind durch eingenähtes Bandschlingenmaterial auf der einen Seite mit einem Ankerstich und auf der anderen Seite mit einem Stahlkarabiner eingebunden. Bei älteren Versionen war dies nicht der Fall: Die Ausrüstung war stattdessen mit nur einem Karabiner am Hüftgurt befestigt. Leider besteht so immer die Möglichkeit einer Querbelastung, die fatale Folgen haben kann. Besonders bequem ist eine Einbindeschlaufe im Allgemeinen, wenn man das Klettersteigset leicht und problemlos ein- und ausbinden kann.

Rastschlaufe

Bei der Rastschlaufe handelt es sich um einen rein optionalen Bestandteil des Klettersteigsets. Die Rastschlaufe ist eine zusätzliche Schlaufe mit deren Hilfe der Kletterer sich in das Seil oder die Stahlkammer einhängen kann, wenn er eine Pause machen möchte. Diese Schlaufe befindet sich direkt am Klettergurt; das Klettersteigset selbst sowie die darin enthaltene Dämpferfunktion tangiert sie nicht. Das ist deswegen von Vorteil, weil die wichtige Sicherheitsfunktion so auch nicht belastet werden kann. Außerdem bietet diese Schlaufe die Möglichkeit, sich selbst oder eine andere Person zusätzlich abzusichern.

Karabineräste oder elastische Arme

Diese Äste oder Arme sind die Teile des Klettersteigsets die den Kletterer durch Karabiner mit der Felswand verbinden. Die zwei Äste müssen zwangsläufig unterschiedlich lang sein. Das hat den Zweck, einen eventuellen Fall noch zusätzlich abzumildern. Dies wird dadurch gewährleistet, dass zunächst der eine Ast und anschließend der andere Ast die Sturzenergie nacheinander aufnehmen.

Sie sind aus Seil- oder Schlauchbandmaterial und beinhalten elastische Elemente. Diese sollen die Verwendung dieser langen Arme etwas einfacher machen. Die elastischen Teile sind in das Bandmaterial eingenäht. Ein einziger Nachteil besteht hier darin, dass die Elastik nach einer Weile durch zu häufiges Dehnen oder Überdehnen geschwächt wird.
Zuletzt möchten wir noch auf das Drehgelenk eingehen: Auch hier handelt es sich um einen optionalen aber praktischen Teil des Klettersets. Das Drehgelenk ermöglicht dynamische Drehungen nach links und rechts, die das Klettererlebnis definitiv verfeinern und auch die bequemere Aussicht auf die Landschaft erlauben.

Fazit

Insgesamt kann man festhalten, dass Sie beim Klettern oder genauer beim Kauf eines Klettersteigsets einige sehr relevante Faktoren beachten sollten. Es handelt sich schlicht um eine verhältnismäßig risikoreiche Sportart und die Sicherheitsmaßnahmen und –funktionen werden dementsprechend wichtiger. Sie sollten für den Käufer immer an vorderster Stelle stehen! Eine Schnäppchenjagd wäre an dieser Stelle nicht angemessen. Man sollte im Zweifelsfall lieber ein wenig tiefer in die Tasche greifen, um auch wirklich das richtige Set für sich und sein Vorhaben zu erstehen.
Das Klettersteigset sollte definitiv über einen Bandstoßdämpfer verfügen.

Sie sollten das gesamte Equipment sowohl vor dem Kauf als auch vor jedem Kletterausflug gründlich prüfen. Das Gewicht der Ausrüstung sowie auch des Klettersteigsets und des Kletterers muss man ebenfalls miteinberechnen. Wo soll das Set zum Einsatz kommen? Je nachdem, ob Sie es draußen oder an künstlichen Felswänden in Kletterhallen gebrauchen möchten, sollte es unterschiedlichen Anforderungen genügen. Ganz wichtig: ein Klettersteigset gebraucht zu kaufen, ist keine optimale Lösung; nach jedem Sturz müssen Sie das Set unter allen Umständen vollständig austauschen!

Genauso relevant sind auch die Details des Sets? Soll der Lieferumfang bereits alles enthalten, was Sie für ihr Klettersteigset brauchen oder möchten Sie sich die einzelnen Bestandteile nach Gusto eigenhändig zusammenstellen? Welche Karabiner sind geeignet? Soll es eine Rastschlaufe und auch ein Drehgelenk geben?

All diese Fragen und noch einige mehr muss der Kletterer beantworten. Diese kleine Einführung in die Welt der Klettersteigsets konnte hoffentlich dazu beitragen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, grundlegende Begriffe zu klären und bei der Kaufentscheidung weiterzuhelfen!