Tarp: Test & Vergleich 09/2021

Ein Tarp ist äußerst vielseitig: Leicht, wetterfest und robust, kann es sowohl als Zeltersatz dienen wie auch als Sonnensegel. Spannt man es vor Zelt oder Wohnmobil, hält es die Hitze draußen.

Als Notzelt half es schon so manchem Gestrandeten, außerplanmäßig eine Nacht draußen zu verbringen. Diese Vielfalt macht die Kaufentscheidung nicht leicht.

Hier eine umfassende Einführung - mit hilfreicher Checkliste und Auswertung zahlreicher Test Berichte!

TOP 10 - Tarps

Was ist ein Tarp?

Ein Tarp ist eine Kombination aus Plane und Zelt. Darum nennt man es auch Planenzelt. Das Material ist robuster, sehr leichter Kunststoff. Damit lässt es sich quasi überallhin mitnehmen.

Viel Zubehör braucht es dazu auch nicht. Vielmehr ist die Befestigung bei vielen Modellen bereits integriert und somit kinderleicht. Daher ist das Tarp in vielen Bereichen bereits ein ernsthafter Konkurrent zum richtigen Zelt.

Vorteile Tarp im Überblick

  • Geringes Gewicht
  • Verhindert Hitzestau im Zelt
  • Schützt vor Extremwetter, Regen und Sonne
  • Blickschutz

Wofür kann man es nutzen?

Jedes Tarp verfügt über ein praktisches System aus Ösen, die fix an der Außenseite angebracht sind. Gemeinsam mit Abspannleinen und ein paar Heringen ist alles da, was man zum Aufspannen braucht.

Viele Modelle werden zusätzlich mit Gestänge geliefert. Damit lässt sich schon vieles machen, ein wenig Erfahrung und Geschick vorausgesetzt.

Spannt man es zwischen Bäume, hat man einen Notunterschlupf. Am Wohnmobil oder am echten Zelt wird es zum kühlen Vorzelt.

Selbst als robuste Picknickdecke lässt es sich nutzen, und aufgrund des geringen Gewichts lässt es sich überallhin mitnehmen.

Was ist der Unterschied zur Plane?

Aufgrund seines Materials ist ein Tarp vor allem sehr robust. Es sollte absolut reißfest sein. Zudem verfügt es über ein fix integriertes Ösensystem.

Die Kombination all dieser Faktoren findet sich normalerweise bei Planen nicht. Sie erlaubt selbst bei einfacher Viereckform die unterschiedlichsten Anwendungen.

Natürlich ist das auch von der Größe abhängig. Zum Beispiel kann ein Tarp sowohl Lebensretter in Extremwetterlagen sein, als auch einfach ein hübsches Sonnensegel. Diese Vielseitigkeit ist sein großer Vorteil und macht seine Einzigartigkeit aus.

Tarp Einsatzgebiete

  • Camping
  • Draußen übernachten
  • Vorzelt
  • Wohnmobil
  • Notzelt bei Problemwetterlagen
  • Unterlage beim Picknick

Größen

Die Größen fallen sehr unterschiedlich aus, werden aber stets in der Produktbeschreibung mit angegeben. Gängig sind bei Viereckformen 3 x 3 oder auch 4 x 4 m.

Welche Größe benötigt wird, hängt von einigen Faktoren ab. So reicht 3 x 3 m für Verwendung durch eine Person als Notzelt, Unterschlupf bei Regen, sie funktioniert aber auch als Vordach.

Wer ein Tarp fürs Wohnmobil sucht, sollte dessen Länge als Maßstab nehmen. Weitere Größen finden sich bei anderen Formen, denn das Planenzelt kann nicht nur viereckig sein.

Diese Grundformen gibt es

Dreieck

Nicht jeder Nutzer kann mit einem Dreieck etwas anfangen, wie sich im Test immer wieder zeigte. Diese Form eignet sich gut etwa als Sonnensegel.

Will man daraus hingegen ein Zelt bauen, wird es schwer bis unmöglich. Das Dreieck eignet sich daher entweder für fortgeschrittene Anwender oder für einfache Einsatzzwecke. So lässt sich ein Unterstand daraus vergleichsweise leicht bauen.

Quadrat, Rechteck

Das Rechteck ist ein Alleskönner. Sicher ist es die beliebteste Grundform, denn daraus lässt sich immer viel machen. Ob Zeltform oder Unterschlupf, auch an große Personen lässt es sich gut in der Länge anpassen.

Das geht nicht so gut mit dem Quadrat, hier kann es bei bestimmten Anwendungen zu Flächenverlust kommen.

Sechseck

Häufiges Problem bei Tarps: Sie flattern, wenn man sie nicht gut befestigt hat. Bei einem Sechseck passiert dies kaum, denn es verfügt über geschwungene Seiten.

Das ist beim Spannen sehr hilfreich und vermeidet das Zeltplanenflattern. Oft ergeben diese Planen durch ihre Konstruktion auch mehr Fläche für zusätzlichen Schutz.

Asymmetrisch

Bewusst asymmetrisch gehaltene Tarps sind für Hängematten gedacht. Sie bieten größtmöglichen Schutz gegen die Sonne und sogar gegen etwas Regen.

Für Wind und Wetter sind sie gar nicht geeignet. Sie halten aber die Liegeposition in der Hängematte schön kühl.

Tarp Material

Baumwolle

Erhältlich beschichtet oder unbeschichtet. Unbeschichtet ist eher selten, weil es unpraktisch ist: Wird Baumwolle nämlich nass, wird sie schwer und vergrößert ihre Oberfläche.

Zudem trocknet sie sehr schlecht und könnte schimmeln. Diese Eigenschaften haben unbeschichtete Baumwolle unüblich gemacht. Sie hat aber auch Vorteile.

Zum Beispiel ist sie atmungsaktiv und damit in der Benutzung sehr angenehm. Beschichtet kann sie richtig praktisch sein. Aber auch nur dann, wenn das Gepäck insgesamt nicht zu schwer werden darf.

Nachteilig ist zudem der Preis, denn diese Modelle kosten mehr.

Nylon einfach / einseitig beschichtet

Nylon ist robust und damit sehr stabil. Es ist außerdem zugfest und verschleißt nicht so rasch. Weiterhin ist es recht elastisch, weshalb es sich leicht dehnt, vor allem bei Nässe.

Im trockenen Zustand zieht es sich dann wieder zusammen. Beim Aufbau an Seilen muss deshalb häufiger nachgespannt werden.

Deshalb wurden Nylon-Arten erfunden, bei denen dies nicht zutrifft, etwa Sil- oder Ribstop-Nylon. Als anspruchsloses und günstiges Material ist Nylon im Outdoorbereich inzwischen Standard.

Atmungsaktiv ist es aber nicht. Es reagiert auch empfindlicher auf die gefährliche UV-Strahlung.

Polyester

Ein Mittelding zwischen Baumwolle und Nylon ist Polyester. Dieser Stoff gibt nicht so leicht nach, ist also nicht so elastisch und zieht sich auch nicht so stark zusammen.

Gegen UV-Strahlen ist es wenig empfindlich. Das Problem ist aber sein größeres Gewicht. Tarps aus Polyester wiegen deutlich mehr als Nylon.

Deshalb braucht es beim Spannen auch mehr Kraft, was im Test oft bemängelt wurde. Zwar schimmelt es weniger rasch als Baumwolle, ist jedoch wesentlich steifer und damit unhandlicher.

Je nach Nutzung reduziert sich auch die eigentlich lange Lebensdauer: Normalerweise ist Polyester langlebig. Kommt es aber mit Salzwasser oder Sonne in Kontakt, wird die Substanz angegriffen.

Ribstop-Nylon

Hier handelt es sich um echte Premiumware: Solche Tarps sind besonders hochwertig. Sie sind stabil, reißen weniger schnell und erweisen sich im Test als UV-beständig.

Leider ist dieses Material nicht wasserdicht. Es muss also bei Bedarf nachimprägniert werden. Abhilfe schafft eine mögliche Beschichtung, diese bieten aber nicht alle Modelle.

Nachteilig sind darüber hinaus der vergleichsweise hohe Preis. Hinzu kommt bei Kälte eine große Steifigkeit: Sie macht den Stoff unhandlicher. Bei normaler Temperatur ist Ribstop-Nylon allerdings noch weicher als Nylon.

Sil-Nylon

Sil-Nylon besteht aus Nylon, welches mit Silikon beschichtet wurde. Dadurch vereint es beider Vorteile: Es ist wasserdicht und reißfest. Äußerst stabil, bringt es dennoch nur ein geringes Gewicht mit.

Die spezielle Herstellung macht es aber auch teurer. Im Test zeigten sich Kunden aber begeistert und meinten, die Anschaffung lohne sich.

Cuben Fibre

Ein weiterer Name dafür ist Dyneema Composite Fabric. Dieses Material ist noch leichter als Sil-Nylon. Seine hohe Reißfestigkeit machen es als Tarpstoff ideal.

Eigentlich Segellaminat, dehnt es sich weniger leicht aus als andere Stoffe. Es bleibt also elastisch, aber selbst im Test unter Belastung stabil.

Gegenüber Chemikalien erweist sich Cuben Fibre im Test als beständig. Dies gilt auch für mögliche Einwirkung durch UV-Strahlung. Seinen sehr hohen Preis kann ein häufiger Einsatz rechtfertigen.

Gewicht

Jedes Gramm zu viel zerstört den wichtigsten Vorteil des Tarps: Ultraleichte Planenzelte erfreuen sich daher wachsender Beliebtheit. Die leichtesten Modelle wiegen weniger als 200 g.

Normale Tarps wiegen je nach Größe und Material zwischen ein und zwei Kilogramm. Mehr als zwei Kilo zählten Kunden im Test schon zu den Schwergewichten.

Wie wetterbeständig muss ein Planenzelt sein?

Sonnenschutz

Sonnenschutz bieten wohl die meisten Tarps. Obwohl dies bei weitem nicht die einzige Funktion ist, werden sie deshalb häufig auch als Sonnensegel eingesetzt.

Hilfreich bei der Vorauswahl erwies sich im Test, das Augenmerk auf den UV-Schutz zu richten. Sparen ist hier wenig sinnvoll, und viele Materialien bringen ja einen guten UV-Schutz bereits mit.

Regenschutz

Hier ist die Frage von Bedeutung, wie wasserdicht ein Planenzelt ist. Einen guten Hinweis bietet die Beschichtung: Ohne Beschichtung lässt dieser Punkt meist zu wünschen übrig.

Zudem sollte das Material auf Nässe nicht mit Dehnen reagieren. Wer ein rasch trocknendes Material bevorzugt, verhindert zudem vorzeitige Materialschäden durch Schimmel.

Schutz gegen heftigen Wind

Erfahrene Anwender bewiesen im Test, wie man ein Tarp windfest aufbaut: Stabil muss es sein und dem Wind wenig Angriffsfläche bieten.

Es gehört daher so flach auf den Boden wie möglich. Die Seite, die dem Wind ausgesetzt ist, sollte zudem den Boden berühren. So lässt sich schlimmer Durchzug verhindern, das Planenzelt bleibt standfest.

Schutz gegen Schnee

Wasserdichte Tarps bieten normalerweise auch Schutz gegen Schnee. Zusätzlich sollte aber regelmäßig Schnee entfernt werden.

Sammelt er sich, kann dies das Tarp zu sehr belasten. Um Unfälle zu verhindern, sollte auch regelmäßig nachgespannt werden.

Wie erkenne ich wasserdichte Tarps mit Sonnenschutz?

Wassersäule: Häufig sind 4000 mm, besser 5000 mm. Im Outdoorbereich geht es bis 20.000 mm.
Lichtschutz: UV-Schutzfaktor, hier ist mindestens 50+ guter Durchschnitt.

Preise

Die große Vielfalt bedingt eine große Preisspanne. Hier lässt sich kaum verallgemeinern, denn die Preise sind von vielen Faktoren abhängig. Zuerst ist das natürlich Form und Größe.

Aber auch das Material sowie der Hersteller spielen eine Rolle. Spezielles Nylon wie Sil oder Ribstop ist bei gleicher Form und Größe am teuersten, während einfaches Polyester am günstigsten ist.

Ein kleines Tarp ist schon ab circa 20 Euro erhältlich. Mehrere hundert Euro kosten die Premium-Modelle.

Wo kann man das Tarp kaufen?

Solch ein Planenzelt ist in Outdoor-Shops erhältlich. Natürlich wird man auch bei großen Kaufportalen fündig. Der Vorteil dort: Hier gibt es einen kostenlosen Praxis Test in Form der Kundenerfahrungen.

Weitere Bezugsquelle sind immer die Seiten der Hersteller. Auch sie bieten häufig schon seriöse online Beratung zum Tarp Kaufen an. Von Second Hand Tarps bei Ebay und anderen Kleinanzeigen-Seiten profitieren eher erfahrene Anwender.

Rechteck oder shaped: Was passt wofür?

Rechtecke lassen sich besonders gut aufbauen. Sie bieten eine Menge Formen, die mit wenigen Handgriffen installiert sind. Diese häufigen Nutzungsformen gibt es:

  • A-Frame = A-Form
  • Zelt: Langzelt, Spitzdach
  • Schrägdach
  • Sonnensegel
  • halboffene Pyramide

Shaped, also vorgeformte Planen sind weniger flexibel im Einsatz. Dafür lassen sie sich wirklich mit wenigen Handgriffen aufstellen. Ein Beispiel dafür sind Pyramidenzelte, die ausschließlich als solche nutzbar sind. Dafür halten sie hervorragend Wind und Wetter ab.

Checkliste Tarp kaufen

  • System der Befestigung?
  • Material? Mit Beschichtung oder ohne?
  • Größe, Gewicht?
  • Form?
  • Besonderheiten: UV-Schutz? Wasserdicht?
  • Zubehör?

Tarp Alternativen

Biwacksack oder Tarp Poncho

Während der Poncho den Rucksack wie auch die eigene Person gegen Regen schützt, kann der Biwacksack mehr. Zusätzlich zum normalen Schlafsack bietet er Schutz vor Nässe und Kälte.

Damit eignet er sich auch bei Extremwetter, wenn dennoch eine Übernachtung nicht zu vermeiden ist. Er kann somit ein Zelt komplett ersetzen.

Der Poncho hingegen ist extraleicht und eher für den Tag gemacht. Bei Wanderungen lässt er sich problemlos über den Körper samt Rucksack streifen. Er lässt sich aber auch als separater Rucksack einsetzen oder als Notunterstand.

Zelt

Das Zelt wiegt normalerweise viel mehr als ein Tarp. Zudem braucht es Platz, auch beim Transport. Zwar ist es aufgebaut komfortabler.

Doch die Belastung beim Tragen spricht in manchen Fällen dagegen, ein Zelt mit sich zu führen. Allerdings ist sein Aufbau bei modernen Modellen ebenso leicht wie beim Tarp und es steht etwas stabiler.

Für bestimmte Anwendungen eignet es sich auch gar nicht, dann braucht es ein echtes Planenzelt.

Zubehör

  • Heringe: Häufig im Lieferumfang enthalten. Zur Not können an ihrer Stelle auch angespitzte kurze Zweige benutzt werden.
  • Seile: Häufig sind sie bereits inklusive, sodass man wenig Auswahl hat. Allerdings kann man natürlich jederzeit hinzukaufen oder ersetzen, wenn man unzufrieden ist.
  • Gestänge: Auch dies ist häufig schon im Lieferumfang enthalten. Möglich sind Alustangen, die sich als Teleskopstangen ineinanderschieben lassen. Wer keine hat oder sie vergessen hat, kann einfach stabile Äste zurechtschneiden. Auch Wanderstöcke eignen sich gut.
  • Clips und Karabiner: Selten im Lieferumfang enthalten. Mit ihrer Hilfe kann die Plane auch dort befestigt werden, wo keine Öse sitzt.
  • Moskitonetz: Zum Schutz gegen Mücken ist es unerlässlich. Je nach Jahreszeit und Einsatz kann ein zusätzliches Moskitonetz den Urlaub retten!

Test und Erfahrungen anderer Kunden

Wer Planenzelte vergleicht, steht oft verwirrt vor der Vielzahl der Modelle. Um sich zu orientieren, gibt es aber eine ganz einfache Methode: Die Auswertung der Kundenzufriedenheit mit den besten Tarp Modellen!

Im praxisnahen Test ergibt sich häufig ein realistisches Bild, was ein Tarp kann und was nicht. Daher hier eine Auswertung zahlreicher Kundenberichte, wie sie sich online finden lassen.

Ein gutes Planenzelt sollte stabil sein und den Praxis Test bestehen. Dazu zählte die Einhaltung dessen, was der Hersteller verspricht, etwa atmungsaktiv und wasserdicht.

Weiterhin schätzten Kunden im Test vor allem die leichte Handhabung und praktisches Zubehör. Ergeben sich Verarbeitungsfehler, wurde die Plane im Test mit mangelhaft bewertet.

Zurück gingen auch Modelle, die unangenehm rochen, was auf schädliche Chemikalien hinweisen kann.

Die richtige Pflege

Das Planenzelt darf nie nass verpackt werden. Trocknenlassen ist unabdingbar, wenn es lange halten soll. Das betrifft nicht nur Regen: Beachtet werden sollte auch die mögliche Entwicklung von Kondenswasser nach jeder Nutzung.

Weiterhin darf ein Planenzelt nie in die Waschmaschine. Wer das Zelt reinigen möchte, sollte nur zu einem milden Reinigungsmittel greifen und es von Hand abwaschen.

Faltet man es zum Transport ein, sollte immer an anderer Stelle gefaltet werden. Häufig "merkt" sich das Material die Faltstelle, an der bricht es dann leichter.

Fazit: Mit einem Tarp immer gut geschützt

Wer ein Tarp kaufen möchte, hat viel Auswahl. Welches das Beste ist, steht nicht von vornherein fest. Je nach Material, Größe oder auch Form eignet es sich als festes Vorzelt, als schnelles Notzelt oder auch als Sonnensegel.

Vom Zweck hängen also seine Eigenschaften ab. Wer im Vorfeld viele Test Berichte zurate zieht, vermeidet Fehlkäufe und findet bestimmt bald das Passende!