Fernrohre: Test, Vergleich & Empfehlungen 09/2021

Ein Fernglas besitzen viele Menschen, wenn es jedoch darum geht, etwas weiter zu blicken und auch die Sterne und Planeten zu beobachten, ist ein Fernrohr die bessere Wahl. Das optische Gerät gestattet ein sehr nahes und klares Heranzoomen von Gegenständen in weiter Entfernung, ohne dass die Schärfe nachlässt. Es gibt sowohl das terrestrische als auch das astronomische Fernrohr, die als Monokular oder als Teleskop erhältlich sind.

Mit einem Monokular lässt sich die gesamte Tier- und Pflanzenwelt erkunden. Es erlaubt die Beobachtung der gesamten Umgebung. Ein Teleskop wiederum macht den Blick ins Weltall und bei Nacht möglich. Die unendlichen Weiten bieten viele Überraschungen in der Bewegung der Himmelskörper und Sternbilder. Wer sich für Astronomie interessiert, kann mit dem Teleskop ganz neue Welten erschließen. Wir zeigen, welche Modelle es gibt, wie sie funktionieren, was die Unterschiede sind und für welche Einsatzmöglichkeiten das Fernrohr geeignet ist.

Was sind Fernrohre?

Das menschliche Auge kann über eine bestimmte Distanz hinweg Dinge erfassen, wobei die Sehschärfe natürlich mit weiterer Entfernung nachlässt und die Objekte kleiner und undeutlicher werden. Der Weitblick hängt dabei auch von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die Sehstärke eine entscheidende Rolle, zum anderen haben aber auch die Lichtverhältnisse, die Witterungsbedingungen und die Luftfeuchtigkeit eine Auswirkung darauf, wieviel Sie tatsächlich erkennen. Große Entfernungen verschwimmen vor dem bloßen Auge oder lassen sich allgemein nur schemenhaft erkennen. Berge geraten zu dunklen Umrissen und kleinere Objekte erlauben schon bei geringer Weite kaum die Unterscheidung von Details.

Daher ist es schön, den Blickwinkel zu erweitern und dafür optische Geräte zu nutzen, die große Distanzen überbrücken, ohne dass sich die Sicht verzerrt. So können Naturschauspiele genauso zum Erlebnis werden, wie der Aufstieg von Zugvögeln, ein riesiges Bergmassiv oder die Sterne und Planeten im All.

Weite Distanzen mit Details und Schärfe

Gegenüber Ferngläsern, die oftmals zwei Strahlengänge für beide Augen besitzen, ist das Fernrohr ein optisches Instrument, das aus einen Strahlengang besteht, entsprechend aus einem Rohr mit zwei Linsen, die eine Vergrößerung des Sehwinkels erlauben. Dadurch werden weit entfernte Objekte nicht nur herangezoomt, sondern um ein Vielfaches vergrößert. Sie erscheinen mit dem Blick durch das Fernrohr so nahe, klar und scharf, als wären sie nur wenige Meter weg. Das ist durch die Lichtbrechung möglich.

Spiegel und Prismen

Durch die Kombination und Abstimmung der Linsen aufeinander, durch Spiegel und Prismen, gerät das Fernrohr zu einem Modell, mit dem die Reichweite, die das normale Auge nicht mehr schafft, deutlich erhöht wird. Der Strahleneingang des Lichts durch die Linsen kann dabei nach Art des Galilei- oder Kepler-Fernrohrs erfolgen, die sich in der Bauform unterscheiden. Mit dem Strahlengang wird der geometrische Verlauf von Lichtstrahlen bezeichnet, der bei einem Fernrohr von entscheidender Bedeutung ist. Der Ursprung der ersten Fernrohre reicht weit zurück, da der Mensch immer danach gestrebt hat, seine Welt zu entdecken und weiterblicken zu können.

Das Galilei-Fernrohr

Die älteste Form des mechanischen Fernrohrs ist das Galilei-Fernrohr. Es stammt in seiner Erfindung aus dem 17. Jahrhundert und wurde vom Brillenmacher Hans Lipperthey in Holland entwickelt. Auf dieses griff dann auch der bekannte Mathematiker und Physiker Galileo Galilei zurück, um es zu verbessern. Das Modell besitzt eine konvexe Sammellinse, die das Licht reflektiert, wenn es durch die Linse auf das enthaltene Okular trifft. Letzteres ist eine Zerstreuungslinse mit kleinerer Brennweite. Gesprochen wird beim Galilei-Fernrohr von einer negativen Brennweite, die notwendig macht, dass die Brennpunkte von Okular und Objektiv auf der Seite zusammenfallen, auf der ein Betrachter durch das Fernrohr blickt. Dabei entsteht ein seitenrichtiges und aufrechtes Bild, während das Fernrohr selbst nur ein kleineres Sichtfeld gestattet und für den Zweck eines hochwertigen Teleskops nicht geeignet ist.

Das Kepler-Fernrohr

Ein astronomisches Fernrohr dagegen ist das Kepler-Fernrohr. Es entstand etwa zur gleichen Zeit und wurde in seiner Bauweise 1611 von Johannes Kepler entworfen. Dieses besitzt als Okular eine Sammellinse, die konvex geformt ist, während das Okular und das Objektiv im Abstand in ihrer addierten Brennweite zueinander ausgerichtet sind. Das macht ein breites Gesichtsfeld möglich. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass das erzeugte Bild gedreht ist, ähnlich wie es im Auge selbst oder bei einer Fotokamera erfolgt. Das Originalobjekt steht entsprechend auf dem Kopf. Um die Sicht dann wieder zu normalisieren, enthält das Fernrohr Prismen oder Spiegel. Möglich ist auch die Umkehrung des Bildes durch eine dritte Sammellinse. Gängig sind heute Prismengläser und Spektive mit mehreren Prismensystemen. Dabei bestehen Okular und Objektiv oftmals aus mehr als nur einer optischen Linse. Der Effekt ist mehr Schärfe, die Vergrößerung des Gesichtsfelds und eine besser abgestimmte Lichtbrechung.

Wie funktioniert die Vergrößerung bei einem Fernrohr?

Fernrohre besitzen in der Regel mindestens zwei optische Komponenten. Das sind das Objektiv und das Okular. Die Funktionsweise jedes Fernrohres basiert auf eine starke Vergrößerung des zu beobachtenden Objekts. Möglich ist die Vergrößerung durch das Verhältnis der Brennweiten, die durch das Objektiv und das Okular bestimmt werden. Die Modelle besitzen entweder ein auswechselbares Okular oder ein fest verbautes.

Je länger dabei die Brennweite ausfällt, desto geringer ist die Vergrößerung. Es kommt entsprechend gar nicht so sehr auf die tatsächliche starke Vergrößerung an, sondern um das Beibehalten der Schärfe für die Details und ein möglichst gutes räumliches Sehen. Es gibt auch Zoom-Okulare für eine variable Vergrößerung. Wichtiger ist jedoch die Kenngröße, die bei einem astronomischen Fernglas das eigentliche Leistungsvermögen angibt. Eine Vergrößerung wird durch die Objektivöffnung erzielt in Bezug auf die Brennweite.

Objektiv und Okular

Das Prinzip ist dabei relativ simpel. Die Lichtstrahlen werden vom Objektiv des Fernrohrs eingefangen und zu einem Zwischenbild gebündelt. Von diesem geht ein weiterer Lichtstrahl aus und erreicht das Okular, das wie eine Lupe wirkt. Die hier vergrößerten Strahlen leitet das Okular an das Auge des Betrachters weiter und es dringt bis in die Netzhaut und dort über den Sehnerv in das Gehirn. Das virtuelle Bild entsteht und zeigt sich stark vergrößert.

Entscheidend ist nicht die Größe des Bildes, sondern die Größe des Sehwinkels bei der Beobachtung von Objekten durch das Fernrohr. Auch wenn das Bild des Objekts kleiner ist, erlebt es der Betrachter im größeren Sehwinkel. Das gestattet die Wahrnehmung von Schärfe und Details. Je nachdem, welches Auflösungsvermögen das Fernrohr besitzt, ist die Beugung des Lichts mehr oder weniger möglich.

Gesichtsfeld

Ein Fernrohr schränkt das Gesichtsfeld erheblich ein, gestattet jedoch gleichzeitig eine deutlichere Wahrnehmung. Je besser das Okular ist, desto höher ist die Qualität des Bildes. In moderner Ausführung gelingt so ein Gesichtsfeld bis zu 45 Grad, bei Weitwinkelokularen sogar ein Winkel zwischen 55 bis 75 Grad. Der sichtbare Ausschnitt des gesamten Objektraums ist um den jeweiligen Vergrößerungsfaktor kleiner als das eigentliche Gesichtsfeld. Wenn dieses 1 Grad beträgt und das Fernrohr ein Okular mit 50-facher Vergrößerung aufweist, ist das scheinbare Gesichtsfeld 50 Grad.

Welche Modelle gibt es im Handel?

Unter den modernen Fernrohren erfolgt die Unterscheidung in Linsen-, Prismen- und Spiegelfernrohre und in Monokulare und Teleskope. Die Baugröße ist gleichfalls verschieden, wobei gilt, dass je größer die Objektivöffnung ausfällt, desto besser die Betrachtung in stabilisierter Form gelingt. Je nachdem, wofür das Fernrohr verwendet werden soll, fällt die Wahl auf terrestrische und astronomische Modelle.

Monokular oder Teleskop

Den Unterschied zwischen den Grundmodellen bilden zunächst Monokulare und Teleskope, wobei hier dann das Galilei- und Kepler-Fernrohr die Basis bilden. Das terrestrische Fernrohr nach Galilei dient der Beobachtung der Umgebung, wobei auch solche Modelle bereits große Distanzen überwinden und oft eine 6- bis 10-fache Vergrößerung aufweisen. Sie zeigen das Bild in richtiger Positionierung, da sie eine Umkehrlinse enthalten.
Das astronomische Modell nach Kepler wiederum besitzen keine Umkehrlinsen und zeigen entsprechend ein auf dem Kopf stehendes Bild. Dafür ist eine wesentlich weitere und hellere Sicht möglich, da nur wenig Licht verloren geht. So lässt sich sogar ins Weltall blicken.

Neben diesen Modellen gibt es Fernrohre als Militärfernrohre und Spektive. Letztere sind sehr kompakt und erlauben eine 20- bis 60-fache Vergrößerung. Für astronomische Anwendungen und Beobachtungen wiederum dienen Kometensucher, Zenit-Teleskope, Heliometer oder Astrografen.

Spiegel-, Linsen- und Prismenfernrohre

Gängig sind Linsen- und Prismenfernrohre, wobei Reflektoren oder Spiegelfernrohre mit einem Hohlspiegel als Objektiv funktionieren. Sie besitzen einen Haupt- und einen Fangspiegel. Der Hauptspiegel ist dazu gedacht, das Licht zu bündeln, während der Fangspiegel es weiter zum Okular leitet. Die Abbildung ist dabei farbrein und klar. Der Hohlspiegel verkürzt die Tubuslänge und gestattet größere Objektivdurchmesser. Gleichzeitig werden Störfaktoren und Abbildungsfehler reduziert. Moderne astronomische Fernrohre und Teleskope sind immer Spiegelfernrohre. Es gibt optische Systeme wie das Dobson- oder Newton-Teleskop.

Linsenfernrohre besitzen immer ein Objektiv und ein Okular, durch die das Licht über Linsen gebrochen wird. Diese nennen sich Refraktoren. Das eingehende Licht wird gebündelt und in einem Brennpunkt gesammelt. Unterschieden wird bei diesen Modellen in Achromaten und Apochromaten. Achromaten haben eine konvexe und konkave geschliffene Linse. Apochromaten besitzen meistens drei Linsen oder ein Linsensystem. Wichtig ist, dass die Linsen farbbedingte Abbildungsfehler ausgleichen können.

Prismenfernrohre wiederum sind die Modelle nach dem Kepler’schen Prinzip und zeigen das Bild auf dem Kopf stehend, das dann wiederum durch Prismen umgekehrt wird. Solche Modelle sind beispielsweise Feldstecher.

Das katadioptrische Teleskop

Ein katadioptrisches Teleskop funktioniert wie ein Spiegelteleskop, hat jedoch eine sehr kurze Bauweise. Zusätzlich sind mehrere Spiegel und eine Korrekturlinse verbaut. Bei einigen fällt das Licht durch eine Meniskuslinse auf der Frontseite und wird dann vom Hauptspiegel reflektiert und an einen Sekundärspiegel weitergeleitet. Dieser verlängert die Brennweite des Hauptspiegels, während das Licht im Fokus gesammelt wird.

Wo kommt das Fernrohr zum Einsatz?

Das Fernrohr als Teleskop erlaubt eine sehr vielseitige Nutzung und lohnt sich in der Anschaffung für alle, die an der Astronomie interessiert sind. Hierbei reicht der Einsatz von der Astro-Fotografie und Sternhimmel-Beobachtung aber auch bis zur einfachen Natur- und Landschaftsbeobachtung. Astronomische Fernrohre erfüllen natürlich den Zweck der sehr weiten Betrachtung, darunter Sterne, interstellare Nebel, den Mond, Planeten oder Galaxien.

Eigenschaften Teleskop

Wenn Sie sich ein Teleskop zulegen, ist der Einstieg in das Hobby der Astronomie nicht so schwierig. Sie richten das Modell Richtung Himmel und lernen nach und nach, sich am Himmel zu orientieren und die Sternkarte zu studieren. Entscheidend ist natürlich, wie hochwertig das Teleskop ist und welche Eigenschaften es mitbringt. Sie montieren es am besten auf einem dazugehörigen Stativ, damit die Sicht stabil und störungsfrei erfolgt.

Abhängig ist die Wahl des Teleskops von Ihren Beobachtungszielen. Für die normale Deep-Sky-Beobachtung genügen auch schwächere Modelle mit Öffnungen von etwa 50 bis 100 Millimeter. Soll die Betrachtung weiterreichen, sind Öffnungen von 200 Millimeter besser. Nur mit diesen ist das Beobachten von Galaxien, Planeten und Nebeln möglich. Für die Mond- und Sternenbetrachten genügt ein Linsenteleskop. Wenn das Hobby zur Berufung wird, ist ein Spiegelteleskop die geeignetere Wahl.

Die Nutzung des Teleskops ist bei Nacht und Tag möglich. Tagsüber ist jedoch entweder eine Optik nötig oder ein Objektivsonnenfilter als Glasfilter oder Folie notwendig. Sinnvoll für die Nutzung am Tag ist, wenn Sie ein Modell mit Umkehrlinse nutzen, damit das Bild nicht auf dem Kopf steht.

Eigenschaften Monokular

Mit terrestrischen Modellen ist die Land- und Seebeobachtung und die Tier- und Vogelbeobachtung möglich. Das macht als Naturforscher oder auf einer Safari Sinn oder auch als einfaches Hobby zum Genießen einer schönen Aussicht. Solche Fernrohre kommen auf der Jagd und als Feldstecher beim Militär zum Einsatz, sind aber auch für Reisen und den Privatgebrauch praktisch. Das Fernglas ist dabei ein tragbares Fernrohr, während Teleskope über ein Stativ aufgestellt und genutzt werden.

Was muss man bei der Nutzung beachten?

Die Bedienung eines Fernrohrs ist einfach und lässt sich schnell lernen. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit einem Teleskop haben, können Sie sich tagsüber gut mit den Einstellmöglichkeiten und dem Ausrichten des Fernrohrs vertraut machen. Es gibt verschiedene Okulare, die Sie verwenden können, um die Vergrößerung oder Detailschärfe zu erhöhen. Dabei beginnt alles mit dem Aufbau und dem Ausrichten des Fernrohrs auf das gewünschte Objekt. Sie prüfen die Bewegung über die Achsen und stellen das Fernrohr scharf. Probieren Sie ruhig verschiedene Vergrößerungen, bis Sie das Fernrohr in der Nacht für die Sternenerkundung nutzen.

Aufbau mit Stativ

Während Monokulare meistens für die Erdbetrachtung und auf Reisen eine leichte Handhabung erlauben, ist das bei einem Teleskop schon etwas komplexer. Dieses wird auf einem Stativ montiert, das stabil und standfest sein sollte. Möglich ist eine äquatoriale oder eine azimutale Montierung. Die äquatoriale Montierung erfolgt über zwei Achsen, um das Teleskop in die nord-südliche Richtung der Himmelskugel oder in die ost-westliche Richtung zu drehen. Die azimutale Montierung zeigt sich durch Achsen, die waagerecht und senkrecht aufgebaut sind und das Fernrohr leicht nach oben oder unten neigen.

Sucher

Das Fernrohr als Teleskop besitzt in der Regel einen Sucher, das als kleineres Minifernrohr am Teleskop befestigt ist. Dieses erleichtert Ihnen das Ausrichten des Modells. Der Sucher gestattet über ein kleines Blickfeld die bessere Orientierung, während das große Fernrohr dann durch die starke Vergrößerung auch das Blickfeld verringert. Durch den Sucher sehen Sie, wo Ihr Objekt ist und richten das Fernrohr auf den Bereich aus.

Korrekte Beobachtung mit dem Fernrohr

Es bleibt auch für hochwertige Teleskope eine Herausforderung, die Objekte in großer Entfernung zu erfassen. Während Sie mit dem bloßen Auge näher an ein Objekt gehen müssen, damit es besser sichtbar wird, gelingt das mit dem Teleskop nicht so einfach. Es ist notwendig, dass Sie für eine gute Sicht die Bildschärfe regulieren und anpassen.

Wenn Sie durch das Okular sehen, lassen Sie beide Augen offen. Das überanstrengt die Augen nicht, was bei einem zugekniffenen Auge schneller geschieht. Sie können auch eine Augenklappe verwenden, wenn die Betrachtung länger dauert. Trotzdem wird die Sicht auch durch andere Faktoren beeinflusst, darunter durch die Unstetigkeit der Erdatmosphäre. Hohe Vergrößerungen zoomen zwar Planeten und Galaxien näher heran, gleichzeitig flackern die Lichtpunkte stärker. Es ist wichtig, dass Sie das Beobachten mit Fernrohr dann an mehreren Tagen ausprobieren, da sich das atmosphärische Seeing ständig ändert. Richten sie das Objektiv langsam aus. Das ermöglicht die Entdeckung unerwarteter Details. Es bringt nichts, hektisch hin und her zu schwenken. Nur mit langsamen Bewegungen werden die Details langsam und gut sichtbar. Ein Ruckeln dagegen führt zu schnellen und ungünstigen Sichtveränderungen oder zum Verlust des Objekts.

Worauf ist beim Kauf eines Fernrohres zu achten?

Das Fernrohr ist für Hobby und Beruf eine ausgezeichnete Anschaffung und kann im günstigen Bereich ebenso qualitativ hochwertig sein wie im professionell teuren Bereich. Wieviel Geld Sie für das Fernrohr ausgeben möchten, liegt natürlich bei Ihnen. Auch hängt der Preis von der Art des Fernrohrs, vom Einsatzzweck und von der Marke ab.

Es lohnt sich, bei einem Fernrohr auf ein hochwertiges Qualitätsmodell zu setzen. Wichtig sind die gute Verarbeitung und die hohe Stabilität. Die Montage mit Stativ sollte bei einem Teleskop keine Probleme bereiten. Sehr gut ist, wenn das Modell schnell aufgebaut und leicht wieder abgebaut und verstaut werden kann.

Vergrößerung

Die wichtigsten Kaufkriterien betreffen die Handhabung, die Verarbeitung, die Art des Fernrohrs und die Vergrößerung und Anzahl der Objektive. Empfehlenswert sind Modelle, die eine 50- bis 200-fache Vergrößerung erlauben. Möchten Sie das Fernrohr Richtung Sterne, Planeten und Galaxien ausrichten, ist eine hohe Vergrößerung nötig. Dazu bringt für die klare und detaillierte Sicht ein Spiegelfernrohr etwas mehr als ein Linsenfernrohr.

Brennweite und Objektivöffnung beachten

Die Objektivöffnung bestimmt die Schärfe und Vergrößerung mit, auch die Lichtbündelung und Klarheit der Sicht. Wenn Sie sich als Einsteiger mit der Materie vertraut machen möchten, genügen zunächst Modelle mit kleinerer Öffnung. Wichtiger ist die Brennweite des Objektivs. Diese hängt unmittelbar mit der Öffnung des Objektivs zusammen, während sich die Vergrößerung aus dem Verhältnis der Brennweiten zwischen Okular und Objektiv ergibt. Bei einer kleineren Objektivöffnung wiederum ist eine detailgenauere und schärfe Sicht möglich, die mit kleinerer Vergrößerung erfolgt. Benötigen Sie in der Bildebene viele Details, sind Okulare mit längeren Brennweiten ausreichend.

Beobachtungsziele

Für den Kauf spielen die Beobachtungsziele und der Verwendungszweck des Fernrohrs eine wichtige Rolle. Einfache Mond- und Planetenbeobachtungen gelingen auch mit dem Linsenteleskop, während Galaxien und Nebel ein Spiegelteleskop notwendig machen. Das Fernrohr kann dabei handlich sein und für Landschaftsbeobachtungen dienen. Sie können es aber auch fest montieren und mit einem Stativ in größerer Bauweise verwenden. Die schweren Spiegelteleskope benötigen ein Stativ, während daneben auch reisetaugliche Modelle erhältlich sind.

Dobson- oder GoTo-Teleskope

Für den Einstieg sind Dobson-Fernrohre keine schlechte Wahl und eignen sich sogar für Kinder. Diese Modelle sind einfach aufgebaut und genauso leicht zu bedienen. Der Okularauszug ist leicht zu erreichen. GoTo-Fernrohre sind mit einem Computer ausgestattet. Dadurch können Sie das Teleskop lenken und steuern und auf das gewünschte Objekt ausrichten. Diese Varianten sind natürlich auch teuer und für professionellere Zwecke gedacht.

Welches Zubehör ist für ein Fernrohr sinnvoll?

Für Fernrohre gibt es eine Vielzahl an Zubehör, das die Ausstattung und Nutzung verbessert. Unerlässlich für Teleskope bleibt das dazugehörige Stativ. Aber allgemein gilt, dass die astronomische Betrachtung von der Verwendung verschiedener Okulare abhängt und besser gelingt. Zur Grundausstattung aller Fernrohre gehören zwei Okulare, die sich durch weitere mit einer anderen Vergrößerung ergänzen lassen. Hier gilt, je kleiner die Brennweite ist, desto besser ist die Vergrößerung. Für das Fernrohr gibt es dabei auch immer eine maximal sinnvolle Vergrößerung.

Filter

Praktisch sind verschiedene Filter, so Sonnen- oder Farbfilter. Das erlaubt mehr Schutz bei der Nutzung und eine erhebliche Kontrast- und Detailsteigerung. Gerade für die Betrachtung tagsüber sind solche Filter praktisch. Sie können Sie als Folie oder Glasfilter montieren und individuell nach Bedarf verwenden.

Profizubehör

Begeisterte Hobbyastronomen sorgen für eine professionelle Ausrüstung. Neben dem Stativ für mehr Stabilität und ein störungsfreies Betrachten gehören Korrekturlinsen, Sternkarten, ein Tragekoffer oder Kompass dazu. Allgemein sind der Transport oder die Lagerung eines Teleskops wichtige Voraussetzung für den langjährigen Erhalt der Modelle. Ein Koffer kann dabei die Pflege und Lagerung erleichtern.

Barlow-Linsen

Durch Barlow-Linsen lässt sich die Brennweite des Fernrohrs noch einmal erheblich steigern, meistens um den 2- bis 3-fachen Faktor. Eine 2-fache Linse setzen Sie auf dem Okular auf und erzielen eine doppelte Vergrößerung. Weist ihr Teleskop eine 50-fache Vergrößerung auf, erreichen sie dann eine 100-fache. Mit der 3-fachen Barlow-Linse verdreifacht sich die Sicht in der Vergrößerung.

Umkehrlinsen

Nicht immer soll das Fernrohr nur für das Astronomie-Hobby dienen. Einfache Landschafts- und Tierbeobachtungen sind auch möglich. Während ein kopfstehendes Bild bei der Himmels- und Sternenbetrachtung keine Probleme bereitet, ist das für Erdbeobachtungen natürlich ungünstig. Hier nutzen Sie dann einfach eine Umkehrlinse, die das Bild wieder aufrecht zeigt.

Fernrohr und Digitalkamera für tolle Fotos

Die Astro-Fotografie gehört zu den beliebten künstlerischen Projekten und lässt sich mit einem Fernrohr und einer dazugehörigen Digitalkamera praktisch umsetzen. Sie können auch einen Universal-Kamera-Adapter nutzen. Die besten Ergebnisse erreichen Sie mit einer analogen Spiegelreflexkamera.

Tipps zur Pflege und Reinigung eines Fernrohrs

Ein Fernrohr ist ein hochwertiges Gerät, das regelmäßig gesäubert und gepflegt werden muss. Natürlich können Sie nicht verhindern, dass beim Berühren auch Fingerabdrücke zurückbleiben. Damit Okular und Objektiv nicht verschmutzen, ist die Reinigung mit einem sauberen und weichen Tuch sinnvoll. Auch das Einstauben können Sie auf Dauer nicht verhindern. Säubern Sie die Zwischenräume mit einem kleinen und weichen Pinsel.

Das Fernrohr ist in den Materialien auf eine lange Nutzung abgestimmt und verträgt auch Witterung und Kälte. Trotzdem ist es ratsam, es nach der Verwendung in einer Tasche oder einem Koffer aufzubewahren und trocken und warm zu lagern. Für die Reinigung gibt es im Handel auch spezielle Pflege-Sets. Verwenden Sie dagegen keine aggressiven Reinigungsmittel oder Spirituslösungen. Das Fernrohr sollte frei von Feuchtigkeit und Staub gehalten werden und benötigt als Präzisionsgerät einen sorgsamen Umgang. Vermeiden Sie dabei, die Linsen oder Spiegel zu berühren.

FAQs – die 10 wichtigsten Fragen zum Thema „Fernrohr“

1. Was ist der Unterschied zwischen einem Fernrohr und einem Fernglas?

Eine Unterscheidung ist im Grunde nicht notwendig, denn das Fernrohr und das Fernglas sind nach dem gleichen Bauprinzip gestaltet. Differenzieren lässt sich zwischen beiden Modellen durch den monokularen und binokularen Aufbau. Das Fernrohr ist für ein Auge gedacht, das Fernglas erlaubt die etwas räumlichere Sicht mit zwei Augen und zwei Strahlengängen. Während Ferngläser und Feldstecher tragbar sind und flexibel verwendet werden können, wird ein Teleskop über ein Stativ aufgebaut und montiert.

2. Welches sind die größten Teleskope der Welt?

Das weltweit größte Teleskop ist das Large Binocular Telescope, das mit einer Höhe von 3221 Meter in Arizona steht. Es hat einen Hauptspiegel mit dem Durchmesser von 8,4 Metern und erreicht dabei die gleiche Lichtsammelleistung und optische Auflösung wie größere Modelle. Da es sich um ein Binocular handelt, ist die Größe zweimal zu nehmen und erreicht so 11,8 Meter.
Das zweitgrößte Teleskop steht auf den Kanarischen Inseln in La Palma und heißt „Gran Telesopio Canarias“. Es wiegt etwa 400 Tonnen und ist 45 Meter groß. Dazu besitzt es einen Primärspiegel, der einen Durchmesser von 10,4 Metern hat, und 36 sechseckige Einzelspiegel. Toppen soll dieses Modell im Jahr 2024 das E-ELT aus Chile, das einen Hauptspiegel mit einem Durchmesser von 39 Metern haben wird und aus 798 einzelnen Spiegeln besteht. Diese können so angepasst werden, dass die Spiegelform bei jeder Neigung und Temperatur optisch perfekt ausfällt.

3. Was ist besser: ein Spiegel- oder ein Linsenteleskop?

Linsen- und Spiegelteleskope haben jeweils ihre Vor- und Nachteile. Sie können die Wahl des Modells auf den Anwendungszweck abstimmen. Spiegelteleskope haben eine größere Öffnung mit größerem Objektivdurchmesser, so dass eine sehr weite Distanz möglich ist. Linsenteleskope überzeugen durch einen besseren Kontrast und sind für die Mond- und Planetenbetrachtung besser.

4. Ist die Nutzung eines Teleskops tagsüber für die Sonnenbetrachtung möglich?

Das Teleskop kann sowohl für die Weltall- als auch die Erdbetrachtung genutzt werden. Für die Verwendung am Tag sind spezielle Objektivfilter notwendig. Diese setzen Sie vor das Objektiv als Folie oder Glasfilter und können dann das Sonnenlicht filtern.

5. Wie sinnvoll sind Farbfilter bei einem Fernrohr?

Farbfilter haben die Aufgabe, den Kontrast zu verstärken, was bei der Beobachtung von Planten und Sternen mehr Details auf der Oberfläche ermöglicht, die ansonsten ohne Filter eher schwach ausfallen und schwer zu erkennen sind. Farbfilter werden an der Seite des Teleskops in die Silberhülse des Okulars eingeschraubt.

6. Was ist ein Zoomokular und wie nützlich ist es?

Zoomokulare vergrößern das Bild auf digitalem Weg. Das kann sowohl bei der astronomischen Beobachtung als auch bei der Naturbeobachtung sinnvoll sein. Der Kauf eines Spektivs gestattet eine leichtere Positionierung mit guter Vergrößerung, wobei dafür mehrere Linsengruppen verschoben werden. Zoomokulare erzeugen jedoch mehr Randschärfe- und Kontrastverlust. Für die Sternenbeobachtung ist das dann eher ungünstig.

7. Lässt sich ein Teleskop über den PC steuern?

Wenn das Fernrohr über eine Goto-Funktion verfügt, ist eine Steuerung über den PC möglich. Generell sind die meisten Teleskope jedoch mechanisch und für Einsteiger besser geeignet. Möglich ist ein Modell mit Motor, um die Handhabung etwas zu erleichtern. Sie können diese Modelle direkt über ein Drehrad bedienen und besser an Ihr Aussichtsziel anpassen. Sehr gut sind solche Fernrohre für die Astro-Fotografie.

8. Wie weit kann ich mit einem Fernrohr gucken?

Wie weit und vergrößert der Blick durch das Fernrohr möglich ist, hängt vom Durchmesser des Objektivs ab. Je größer dieses ist, desto mehr ist es in der Lage, Licht einzufangen. Dadurch wird das Bild klarer und vergrößert sich. Ebenso wichtig ist das Okular, bei dem die Brennweite eine Rolle spielt. Beide ergänzen einander und bestimmten den Sichtwinkel und die maximale Vergrößerung.

9. Wieviel kostet ein gutes Fernrohr?

Der Preis hängt von verschiedenen Faktoren ab und ebenso von Ihren Ansprüchen. Es gibt Modelle, die bereits für 50 Euro erhältlich sind, jedoch bei der detaillierten Betrachtung an ihre Grenzen geraten. Hochwertige Modelle kosten ab 1.000 Euro aufwärts und überzeugen durch eine hohe Qualität und Leistung.

10. Wann ist die Beobachtung des Mondes mit einem Fernrohr am besten?

Der Mond ist eines der beliebtesten Objekte und gerade für Einsteiger interessant. Jedoch ist die Betrachtung nicht zu jeder Zeit gut geeignet, um alle Konturen und Details zu erkennen. Sehr gut ist, wenn Sie das Fernrohr oder Teleskop dann ausrichten, wenn die Halbmondphase gegeben ist. Dann hat der Mond Schlagschatten und zeigt sich wunderschön vielseitig. Bei Vollmond dagegen sind keine Schatten da und das Bild wirkt kontrastarm und flauer.

Fazit:

Mit einem Fernrohr können Sie weit über das eigene Sichtfeld hinausblicken und eine Vielzahl wunderschöner Betrachtungen umsetzen. Das gelingt auf der Erde genauso wie bei Himmelsbeobachtungen. Das Fernrohr als Monokular oder Teleskop ist natürlich für solche Zwecke hervorragend geeignet und gestattet außergewöhnliche Vergrößerungen und Detailblicke. Gerade für Hobbyastronomen ist die Wahl des richtigen Fernrohrs wichtig, um sich das nötige Know-How langsam anzueignen. Sehr gut sind Einsteigerbücher oder eine Sternenkarte, damit Sie sich mit der Bedienung und Nutzung Ihres Fernrohrs und der Möglichkeiten der Betrachtung von Erde und Himmel vertraut machen können.