Gaskocher Test 03/2021 – Die besten Modelle im Vergleich

Bei einem Gaskocher handelt es sich um einen portablen Herd, der mithilfe einer Gaskartusche betrieben wird. Mithilfe dessen kannst du Speisen und Getränke ganz einfach und ohne Anschluss an das Stromnetz unterwegs erhitzen. Allerdings ist die Auswahl an Gaskochern mittlerweile sehr groß und die Kocher unterscheiden sich teilweise anhand verschiedener elementarer Merkmale. Zur Auswahl stehen Gaskocher mit externer Gaszufuhr, mit Gaskartuschen oder mit speziellem Zubehör für besondere Gerichte. Wir möchten hier wichtige Tipps und Infos bereitstellen, die für den Kauf eines Gaskochers von Bedeutung sein können.

Die 10 beliebtesten Gaskocher

Was ist ein Gaskocher und wie funktioniert er?

Bei einem Gaskocher handelt es sich im Grunde um einen kleinen Herd, der Hitze mithilfe einer Gasflamme erzeugt. Bei dem dafür nötigen Gas kann es sich um Propan- oder Butangas handeln. Teilweise wird auch eine Mischung aus beiden Arten verwendet.

Das Gas wird mithilfe von Gaskartuschen oder Gasflaschen in den Kocher befördert. Der Brenner sorgt für einen geregelten Austritt des Gases. Erreicht ein Funke das Gas, wird dieses entzündet und es entsteht die nötige Temperatur, um Speisen oder Getränke zu erhitzen.

Das Entfachen der Flamme geht in der Regel über die automatische Piezo-Elektrozündung vonstatten. Modelle, welche die Gasflamme nicht automatisch entzünden, nimmst du stattdessen mithilfe eines Feuerzeugs oder Streichholzes manuell in Betrieb. Die automatische Zündung bietet den Vorteil, dass der Gaskocher im Außenbereich auch bei widrigen Wetterbedingungen zuverlässig startet.

Über der Flamme des Gaskochers befindet sich das Gestell, auf dem das Kochgeschirr platziert wird. Die Größe des Gestells ist vom Modell des Gaskochers abhängig – teilweise bieten die Gaskocher sogar mehrere Kochflächen.

Mit welchem Gas arbeitet der Gaskocher?

Die meisten Gase für Gaskocher setzen sich aus Butan, Isobutan und Propan zusammen. Die genaue Mischung unterscheidet sich allerdings von Hersteller zu Hersteller. Damit das Gas flüssig bleibt, besteht bei allen Gaskartuschen und -Flaschen ein gewisser Druck. Die Mischungen unterscheiden sich dabei durch den Siedepunkt der Gasmischung.

Hierbei handelt es sich um die Temperatur, bei der das flüssige Gas in seinen gasförmigen Zustand wechselt. Dies ist nötig, da das Gasgemisch nur im gasförmigen Zustand entzündet werden kann. Bei Butan liegt dieser Siedepunkt bei – 1 °C, bei Isobutan bei – 12 °C und bei Propan bei – 40 °C. Diese Informationen sind relevant, wenn du den Kocher hauptsächlich im Außenbereich nutzen möchtest.

Einsatzbereiche des Gaskochers

Denkt man an einen Gaskocher, sieht man in der Regel zunächst Wanderer, Trekking-Fans oder Mountainbiker darüber ihren Kaffee zubereiten. Allerdings eignet sich der Gaskocher auch für den Einsatz bei Angelausflügen, indem er den Anglern die direkte Zubereitung ihres Fangs ermöglicht. Auch bei Festivals oder bei Grillabenden mit Freunden in ausgewiesenen Flächen im Freien finden Gaskocher häufig Verwendung.

Allerdings kannst du Gaskocher nicht nur im Outdoor-Bereich nutzen. Auch in Wohnmobilen, Booten oder in LKWs überzeugen die praktischen Kocher durch zahlreiche Vorteile. Typische Indoor-Gaskocher gehen dabei in der Regel neben mehreren Kochfeldern auch mit größeren Gasflaschen und einem höheren Gewicht einher.

Alternativen zum Gaskocher und ihre Vor- und Nachteile

Der Benzinkocher scheint auf den ersten Blick den Vorteil zu bieten, dass das benötigte Benzin an allen Tankstellen verfügbar ist. Allerdings ist dieses Benzin für die Verwendung im Benzinkocher nicht dauerhaft geeignet. Aufgrund von Verunreinigungen können die Brennerdüsen dabei schnell verstopfen. Auch das höhere Gewicht und die aufwendigere Reinigung sind Nachteile des Benzinkochers. Im Vergleich zum Gaskocher empfiehlt sich der Benzinkocher für den Einsatz bei besonders niedrigen Temperaturen. Beim Gaskocher wäre in diesem Fall eine spezielle Gasmischung nötig.

Eine Alternative zum Gaskocher und zum Benzinkocher ist der Spirituskocher. Dieser ist einfach in der Handhabung und auch der nötige Spiritus ist in nahezu jedem Supermarkt erhältlich. Allerdings erreicht der Spirituskocher keine allzu hohen Temperaturen, wodurch man gerade beim Kochen bei niedrigen Temperaturen mehr Geduld mitbringen muss. Dafür sind die Spirituskocher preiswert und robust. Allerdings muss man mit dem typischen Spiritusgeruch zurechtkommen.

Die letzte Alternative sind sogenannte Mehrstoff- oder Multifuel-Kocher. Diese bieten den Vorteil, dass sie mit Benzin, Diesel oder mit Gas funktionieren und damit mit einem hohen Maß an Flexibilität einhergehen. Für diese Flexibilität zahlt man allerdings auch einen entsprechend hohen Preis. Auch eine schwierigere Inbetriebnahme und ein lautes Geräusch bei der Verbrennung sind ebenso Nachteile des Mehrstoffkochers wie das Risiko von Verrußungen bei falscher Bedienung.

Wie gefährlich ist ein Gaskocher?

Moderne Gaskocher zeichnen sich durch eine unkomplizierte und sichere Anwendung aus. Die wird unter anderem durch Features wie den Piezo-Zünder, den Gasdruckminderer und die Zündsicherung gewährleistet. Ein Aufsatzkocher bietet darüber hinaus weitere Vorteile: Da keine Schlauchverbindung zwischen Kocher und Gasbehälter vorhanden ist, kann auch kein Leck entstehen.

Selbstverständlich ist dennoch bei der Verwendung eines Gaskochers Vorsicht geboten: Die Einhaltung der in der Gebrauchsanweisung angegebenen Hinweise ist beim Umgang mit einem Gaskocher von besonders großer Bedeutung. Gerade bei Gaskochern mit Gaskartuschen ist besondere Vorsicht geboten, da die Kartuschen im Vergleich zu Gasflaschen dünnwandiger sind.

Dadurch sind die Kartuschen zwar leichter, aber auch anfälliger gegenüber Beschädigungen oder unsachgemäßer Demontage. Wird die Hülle der Kartusche beschädigt, kann das enthaltene Gasgemisch flüssig und/oder gasförmig austreten. Daraus kann vor allem in geschlossenen Räumen ein explosionsfähiges Gas-Luft-Gemisch entstehen. Flüssiggas kann darüber hinaus auch zu Kälteverbrennungen auf der Haut führen.

Der Gaskocher im Kosten-Check

Gaskocher sind bereits ab einem Preis von ca. 15 Euro erhältlich. Allerdings ist auch hierbei der Preis vom jeweiligen Leistungsumfang abhängig. Sprich: Je mehr Zubehör, desto höher der Preis. Allerdings kann es sich lohnen, beim Kauf eines Gaskochers etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen: Höherpreisige Gaskocher bringen in der Regel mehr Leistung mit, wodurch die nötige Temperatur schneller erreicht und Gas eingespart wird.

Die Kartuschen sind indes mit Schraubverschluss zu einem Preis ab 6 Euro pro 100 Gramm erhältlich. Diese sind aufgrund ihrer komplexeren Zusammensetzung teurer als MSF1a-Kartuschen, die für 1 – 2 Euro pro 230 Gramm zu haben sind.

Wo erhält man Kartuschen und wie lange halten sie?

Sowohl Gaskocher als auch Gaskartuschen sind online und offline im gut sortierten Fachhandel als auch in Kaufhäusern, Baumärkten oder Supermärkten erhältlich.

Der Gasverbrauch des Gaskochers hängt von dessen Leistung sowie von der jeweiligen Gaskartusche ab. Je länger die Gaskartusche verwendet wurde, desto geringer ist ihr Druck und desto niedriger ist dadurch die Flamme. Je kleiner die Flamme ist, desto länger fällt die Kochzeit aus. Ein Druckregler oder ein entsprechendes Ventil an der Gasflasche ermöglicht gleichmäßigen Druck und damit eine längere Brenndauer.

Genaue Angaben zum Verbrauch, beispielsweise in Gasverbrauch pro gekochtem Liter Wasser, sind in der Regel eher unzuverlässig. Der Grund dafür ist simpel: Faktoren wie die Ausgangstemperatur des Wassers, die Umgebungstemperatur, die Windstärke oder auch die Höhenmeter sorgen für Schwankungen beim Gasverbrauch. Ein Windschutz und ein entsprechender Kochtopf können den Gasverbrauch verringern.

Die Angaben der Hersteller, die unter besten Voraussetzungen ermittelt wurden, geben dabei für das Erhitzen von Wasser abhängig vom Gaskocher eine Dauer von 3 – 10 Minuten und einen Gasverbrauch von 1 – 4 Gramm pro Minute an. Da es sich dabei jedoch um "Laborwerte" handelt, die unter anderen Bedingungen als beim Outdoor-Gebrauch ermittelt wurden, kann man diese Werte nur als grobe Richtlinie sehen.

Zubehör zum Gaskocher

Grundsätzlich ist nicht viel Zubehör nötig, um einen Gaskocher effizient nutzen zu können. Und das nicht ohne Grund: Gaskocher sind darauf ausgelegt, einfach und schnell transportabel zu sein – zu viel Zubehör wäre dabei bloß hinderlich.

Empfehlenswert ist dennoch ein Windschutz, der eine gleichbleibende Leistung des Kochers gewährleisten kann. Sofern der Gaskocher keinen automatischen Piezozünder mitbringt, wird darüber hinaus ein Gasanzünder oder ein Feuerzeug benötigt. Darüber hinaus sind auch diverse Aufsätze erhältlich, die es beispielsweise ermöglichen, mit dem Gaskocher Brot zu toasten oder zu grillen. Solche Aufsätze empfehlen sich in erster Linie für Indoor-Gaskocher – ebenso wie passende Töpfe und Pfannen.

Die ideale Außentemperatur für deinen Gaskocher

Die durchschnittlichen Außentemperaturen unseres gemäßigten Klimas können den meisten Gaskochern nichts anhaben. Schwierig wird es hingegen möglicherweise bei besonders niedrigen Temperaturen: Hierbei bleibt das Gasgemisch in der Kartusche im flüssigen Zustand und kann dementsprechend nicht entzündet werden. Entscheidend hierüber ist der jeweilige Siedepunkt des Gases beziehungsweise der Gasmischung. Bei einer Nutzung zu Außentemperaturen von unter 4 °C wäre reines Propan am besten geeignet. Dieses muss jedoch zu besonders hohem Druck gelagert werden. In diesem Fall müsste die Kartusche wesentlich stabiler und damit schwerer sein müsste.

Den Kompromiss stellen Gaskartuschen mit einem höheren Propan- und Isobutan-Anteil dar. Diese Mischung ist für normale Kartuschen geeignet und hält dennoch auch niedrigen Temperaturen von bis zu – 22 °C stand.

Die verschiedenen Modelle und ihre Vor- und Nachteile

Gaskocher mit externer Gaszufuhr

Beim Gaskocher mit externer Gaszufuhr wird die Gasflasche mithilfe eines Schlauchs mit dem Kocher verbunden. Dabei ist der Schwerpunkt niedriger als beim Modell mit Kartusche, wodurch der Gaskocher mit externer Gaszufuhr insgesamt stabiler ist.

Neben einer guten Standfestigkeit und einer robusten Verarbeitung überzeugen diese Modelle auch durch eine leise Verbrennung. Ein Pluspunkt sind auch die geringen Unterhaltskosten, da die Gasflaschen günstiger sind als Kartuschen. Darüber hinaus ist auch ein Windschutz meist integriert. Allerdings liegen hier die Nachteile auch auf der Hand: Aufgrund der stabilen und robusten Verarbeitung sind diese Modelle in der Regel groß, schwer und umständlich zu transportieren. Ein solcher Gaskocher mit externer Gaszufuhr ist dementsprechend nicht nur aufgrund des mehrflammigen Aufbaus und einer abnehmbaren Topfauflage besonders gut für den stationären Gebrauch geeignet.

Kartuschenkocher

Kartuschenkocher werden auch als Aufsatzkocher bezeichnet, da der Kocher auf die Kartusche aufgesetzt wird. Dabei ist die Kartusche gleichzeitig der Standfuß des Kochers, wodurch sowohl Vor- als auch Nachteile entstehen. Da keine externe Gaszufuhr durch eine schwere Gasflasche vorhanden ist sind Kartuschenkocher leichter. Durch die direkte Verbindung zwischen Kocher und Kartusche sind sie zudem sicherer und leiser in der Verbrennung.

Allerdings stehen die Kartuschenkocher durch den erhöhten Schwerpunkt weniger stabil. Auch die Verwendung größerer Töpfe gestaltet sich als schwierig. Deshalb haben manche Hersteller bereits auf diese Probleme reagiert, indem sie neben einem zusätzlichen Standfuß auch Hybrid-Gaskocher anbieten. Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Kartuschenkocher, bei dem die Brennstoffbehälter per Schlauchverbindung angebracht werden. Auf diese Weise wird eine höhere Standfestigkeit gewährleistet, während dennoch auch das Gewicht durch die leichten Kartuschen nicht darunter leidet.

Spezial-Gaskocher

Die Auswahl an Spezial-Gaskochern ist mittlerweile besonders groß. Diese Modelle sind meist etwas teurer – bereitet man jedoch ein bestimmtes Gericht häufig mithilfe eines Gaskochers zu, können sich die Mehrkosten lohnen. Spezialkocher sind häufig als Set mit entsprechendem Kochgeschirr erhältlich, sind dafür jedoch teurer und weniger für die Zubereitung anderer Speisen und/oder Getränke geeignet.

Beim Systemkocher handelt es sich um einen Gaskocher mit Kartusche, der mit einem passenden Topf und einem Windschutz einhergeht. Der Hockerkocher ist indes meist mit einer externen Gaszufuhr verbunden und wird in vielen verschiedenen Größen angeboten. Diese Gaskocher bringen drei bis vier Standfüße mit und bieten damit neben einem sicheren Stand auch die Möglichkeit, größere Töpfe und Pfannen zum Kochen zu benutzen.

Neben dem Systemkocher und dem Hockerkocher sind auch spezielle Wok-Gasbrenner für Liebhaber der asiatischen Küche verfügbar. Hierbei handelt es sich in der Regel um Kocher mit externer Gaszufuhr, Standfüßen und einem speziellen Wok-Aufsatz.

Dieser ist allerdings auch für "normale" Gaskocher erhältlich. Eine Besonderheit des Wok-Gaskochers ist jedoch dessen Leistung, die sich auf bis zu 20 kW belaufen kann. Allerdings können durch das Öl oder Fett in Verbindung mit Feuer Stichflammen entstehen. Zu den Spezial-Gaskochern gehören schließlich auch die Paella-Gasbrenner beziehungsweise Ring-Gasbrenner, die eine besonders gleichmäßige Erwärmung einer großen Fläche ermöglichen.

Fazit: Worauf sollte man beim Kauf eines Gaskochers achten?

Entscheidend darüber, welche Art von Gaskocher die richtige ist, ist zunächst der spätere Einsatzzweck. So ist in erster Linie von Bedeutung, ob der Gaskocher stationär genutzt werden oder ob es stattdessen damit auf Campingausflüge gehen soll. So kann man sich für den stationären Einsatz für Gaskocher mit externer Gaszufuhr entscheiden, während es für Ausflüge besser ein praktischer Kartuschenkocher sein sollte.

Möchte man den Gaskocher schließlich im Außenbereich nutzen, ist zudem gerade bei niedrigen Temperaturen die Art des verwendeten Gases von Bedeutung. Auch die Ansprüche an die zu zubereitenden Gerichte spielen beim Kauf eine Rolle – insbesondere, wenn man mit dem Gaskocher spezielle Köstlichkeiten wie Wok-Gerichte oder Paella zubereiten möchte. Gaskocher-Einsteiger sollten dennoch zunächst mit einem leichten, günstigen und sicheren Kartuschenkocher starten und sich schließlich bei Bedarf "hocharbeiten".